David Vilhelm Rudolph Bay, ein dänischer Komponist, erblickt am 9. Juli 1791 in København das Licht der Welt.

Rudolph Bay studierte nach dem Abschluss der Schule zunächst Theologie. Allerdings ließ er sich nicht zum Priester weihen, sondern meldete sich im Jahr 1815 freiwillig in den Staatsdienst. So wurde Bay vom Außenministerium als Außen- und Konsulatssekretär nach Algier geschickt, wo er von 1816 bis1831 in dieser Position seinen Dienst tat. Während seines Aufenthalts in Algier, komponierte er unter anderem „Vift stolt paa Kodans Bølge“ (Schwebe stolz auf Kodans Welle / 1817), das eines der bekanntesten seiner Lieder ist. In den Jahren 1819 und1820 reiste er nach Italien, wo er während seines dortigen Aufenthalts Gesangsunterricht bei dem Kapellmeister Serletti in Rom nahm.

Nach seiner Rückkehr nach København im Jahr 1831 wurde er dann Kantor (Leiter des Kirchenchores) an Holmen-Kirche, was er bis zu seinem Ableben 1856 blieb. Währenddessen arbeitete er ein Programm für den Musikunterricht für Kinder Schulen aus, um diesen mehr zum Singen zu bewegen und Freude daran zu empfinden.

Im Jahr 1840 schrieb er ein kleines Büchlein über Kirchenlieder in Dänemark und in dem er Wege für eine Verbesserung dieses Liedguts aufwies, indem er für eine Reform der Kirchenlieder eintrat genannt. Seine Kritik zielte – wie später der Komponist und Organist Thomas Laub – gegen das gesamte Liedgut der Kirche, sondern sie zielte auf die Gesangsfähigkeit der Kirchenlieder.

In seinem Büchlein gab er anschauliche Hinwiese auf die Volkslieder und folgerte daraus die Abschaffung der strengen Regelung dieser Musik. Er warb für Lieder mit „unartikulierten Schreien“ und nannte ihre Wirkung als „ausschweifend und undiszipliniert“, so dass entweder Leute fern bleiben oder dieses genau das Gegenteil bewirkt, und alle kommen, wenn der Gottesdienst beginnt.

Bay wurde in seiner Zeit als Kantor zum „Kammermusikus“ und im Jahr 1834 sogar zum Titularprofessor ernannt. Im Jahr 1852 erhielt er die „Fortjenstmedaljen i guld“ (Verdienstmedaille in Gold).

Das Ausfuhrverbot für Kulturgut, das in Dänemark von 1627 bis 2001 Gültigkeit hatte, betraf auch eine Amati Geige, die Rudolph Bay wahrscheinlich während seiner Reise nach Italien in den Jahren 1819-1820 erworben hatte. Diese Violine erwähnte er in seinem Tagebucheintrag vom 4. August 1820, als er sich in Genua aufhält. Die Geige ist eines der ältesten Instrumente desr großen italienischen Geigenbauer Amati, Stradivari und Guerneri aus Cremona. Im Jahr 1942 erwarb Carl Nielsens Sohn, der Violinvirtuose Emil Telmanyi die Violine, und sie blieb in seinem Besitz bis zu seinem Tod im Jahr 1988. Der aktuelle Besitzer der Geige ist die Violinistin Elisabeth Zeuthen Schneider, die das Instrument der Telmanyi Familie kaufte.

Am 25. Mai 1856 verstarb David Bay an seinem Geburtsort København und wurde auf dem Friedhof in Holmen beigesetzt.

von

Günter Schwarz – 09.07.2017