(Eutin) – Am Samstag, den 12. August 2017, um 20:00 Uhr „meets“ Carl Maria von Weber mit der Neuerzählung des „Freischütz“ (Uraufführung) in der Eutiner Waldbühne auf Rock.

C.M.v.Webers „Freischütz“ darf zwar den Titel als DIE deutsche Nationaloper schlechthin tragen, gilt aber in seiner Gänze auch als leicht angestaubt und bieder . Dabei sind weder die musikhistorische Bedeutung noch die Meisterschaft des Werkes bestritten.

Ähnlich wie Anakin Skywalker in der „Star Wars“-Saga wendet sich Max der „dunklen Seite der Macht“ zu, um seine geliebte Agathe nicht zu verlieren. „Die Wolfsschlucht“ trägt dieser Zeitlosigkeit des Stoffes Rechnung und verbindet die geniale Musik Webers mit heutigen Klängen. Dabei entsteht in der einzigartigen Atmosphäre der Eutiner Waldbühne ein schaurig-schöner Theaterabend.

Der Ostholsteiner Anzeiger schrieb darüber, es sei ein „aufgepimptes“ Meisterstück mit der Uraufführung bei den Festspielen: Der Komponist Leo Siberski zeigt mit der „Wolfsschlucht“ eine moderne Sicht auf Webers „Freischütz“.

(…)„Wir sind der festen Überzeugung, dass der Freischütz in unseren Aufführungskanon gehört. Aber die Musik muss immer wieder den Vorwurf der Biederkeit ertragen, den wir ungerechtfertigt finden, aber verstehen können”, erzählt Siberski. Das großartige Stück Webers entspreche nicht mehr dem, was Menschen heute gewohnt seien, zu sehen. „Vor 200 Jahren galten ganz andere Theatergesetze”, so Siberski.

Der Musiker, der sich bereits in der vergangenen Saison als Dirigent und Chef des Kammerphilharmonie-Orchesters (KaPhil) bei den Festspielen hervortat, möchte mit seiner Art, die Geschichte des Freischütz zu zeigen, ein neues Publikum erreichen. „Ich möchte die Geschichte in ein ganz anderes Licht rücken, damit gesehen wird, was für ein geniales Stück das ist”, betonte Siberski. Und seine Komposition der Wolfsschlucht unterliege heutigen Gesetzen.

Er arbeite eng mit dem befreundeten Komponisten Per Baierlein zusammen, der eigens für die „Wolfsschlucht” drei Stücke schreibt. Neben den großen Weber-Stücken wie der Ouvertüre, die die Zuschauer auch auf der Festspielbühne zu hören bekommen – „nur vielleicht nicht gleich am Anfang” – schreiben die beiden gemeinsam mit der Intendantin Dominique Caron auch an den Dialogen, die teils orientiert am Original, aber in deutlich modernerer Sprache daher kommen.(…)

von

Günter Schwarz – 10.08.2017