(Ventimiglia) – In der italienischen Kleinstadt Ventimiglia in Norditalien in der Provinz Imperia in Ligurien mit rund 24.000 Einwohnern haben sich die Bewohner deutlich gegen eine geplante Unterkunft für minderjährige, unbegleitete Migranten ausgesprochen. Die Behörden haben die Pläne nach den Protesten daraufhin erst einmal auf Eis gelegt.

Die Stadt sei bereits überfordert, der Tourismus breche zusammen und die Sicherheitslage sei desaströs, hieß es aus der Stadtverwaltung. Nach den Protesten der Einwohner haben die örtliche Behörden die Pläne zunächst auf Eis gelegt.

Der ehemalige Vorsitzende des Europäischen Flüchtlingsrates Keith Best sieht vor allem Europa in der Pflicht. Die Lage in Ventimiglia sei die Konsequenz einer fehlgeschlagenen europäischen Politik. Bestimmte Länder besonders die EU-Mitglieder aus dem ehemaligen kommunistischen Raum wie Polen, Ungarn, Slowakei und Tschechien usw., würden sich der Lösung einer gerechten Verteilung von Flüchtlingen über ganz Europa in den Weg stellen. Aber auch Länder wie Dänemark, Frankreich und Österreich mit einem hohen Anteil von Wählern rechtspopulistischer Parteien verhindern eine vernünftige und gerechte Problemlösung.

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Günter Schwarz – 12.08.2017