(København) – Ab Januar 2018 wird die Briefpost in Dänemark noch teurer. Die Zahl der versandten Briefe sinke in einem rasantem Tempo, und deshalb sei die Preiserhöhung unvermeidlich, heißt es von der dänischen Postnord. Auch die Zustellung nach Deutschland wird noch einmal teurer. Die wichtigsten Änderungen im Überblick.

Das ohnehin hohe Porto für Briefsendungen in Dänemark wird nochmals erhöht. Postnord hebt am 1. Januar 2018 die Preise für gewöhnliche Briefe bis 50 Gramm um eine Krone auf neun Kronen an. Briefe zwischen 50 und 100 Gramm werden 18 statt 16 Kronen kosten und Briefe zwischen 250 und 500 Gramm werden statt 32 dann 45 Kronen kosten. Neu eingeführt wird ein Porto für Briefe zwischen 100 und 250 Gramm, das statt bisher 32 Kronen (für 100 bis 500 Gramm) 36 Kronen kosten soll. Auch die Briefe ins Ausland werden teurer.

Laut Postnord sind diese Portosteigerungen nötig, weil immer weniger Briefe verschickt werden. „Wir werden effizienter und senken unsere Kosten in hohem Tempo. Doch die Geschwindigkeit, in der die versandten Briefe abnehmen, ist so hoch, dass die Kosten nicht in selbem Takt gesenkt werden können“, sagt der Briefchef bei Postnord, Jørgen Loft Holm.

„Bei weniger Briefen pro Auslieferung steigen die Kosten für den einzelnen Brief, und deshalb müssen wir den Preis anheben“, so Holm. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der Briefe nach der letzten Preiserhöhung um 20 Prozent gefallen. Die Preise für die sogenannten „Quickbreve“ (Schnellbriefe), die am nächsten Tag ausgeliefert werden, werden nicht verändert. Gewöhnliche Briefe sind in Dänemark inzwischen deutlich länger unterwegs – bis zu fünf Tage!

Der dänische Teil der schwedisch-dänischen Postnord steckt seit Monaten in einer tiefen Krise. Das Unternehmen hat die Besitzer, den dänischen und den schwedischen Staat, um 2,3 Milliarden Kronen (309 Millionen Euro) für ein Rettungspaket gebeten. Derzeit verhandeln beide Regierungen darüber, wobei es derzeit nicht nach einer Einigung aussieht.

Die schwedische Regierung bereitet Medienberichten zufolge eine Klage gegen den dänischen Staat vor, weil dieser gegen den Vertrag verstoßen haben soll. Die Postkrise sei ein „hauptsächlich dänisches Problem“, so Schwedens Wirtschaftsminister Mikael Damberg (Soz.). Die Regierung Dänemarks habe den Briefverkehr zwischen Bürgern und Staat komplett digitalisiert, ohne die Post darauf einzustellen, so lautet der Vorwurf der Schweden.
Ab dem 1. Januar 2018 gelten für Briefe folgende Preise:

Inland – bis zu fünf Werktage Zustellungszeit:

          –  Brief bis 50 Gramm: 9 Kronen (1,21 Euro), bisher 8 Kronen
          –  Brief 50 bis 100 Gramm: 18 Kronen (2,42 Euro), bisher 16 Kronen
          –  Brief 100 bis 250 Gramm: 36 Kronen (4,84 Euro), bisher 32 Kronen
          –  Brief 250 bis 500 Gramm: 45 Kronen (6,05 Euro), bisher 32 Kronen

Inland – Zustellung am folgenden Tag („Quickbrev“):

          –  Brief bis 100 Gramm: 27 Kronen (3,63 Euro)
          –  Brief 100 bis 250 Gramm: 54 Kronen (7,26 Euro)
          –  Brief 250 bis 2 Kilogramm: 81 Kronen (10,88 Euro)

Briefe weltweit (inkl. Deutschland):

          –  Brief bis 100 Gramm: 27 Kronen (3,63 Euro), bisher 25 Kronen
          –  Brief 100 bis 500 Gramm: 54 Kronen (7,62 Euro). bisher 50 Kronen
          –  Brief 500 Gramm bis 2 Kilogramm: 108 Kronen (14,51 Euro), bisher 100 Kronen

von

Günter Schwarz – 30.09.2017