Ein Volksentscheid im Königreich Dänemark mit einer Wahlbeteiligung von 90.1 Prozent spricht sich am 02. Oktober 1972 mit 63,4 Prozent Ja-Stimmen für den Beitritt Dänemarks zur Europäischen Union aus. 36,6 Prozent der Wähler entscheiden sich gegen den EU-Beitritt.

Das dänische Parlament, der Folketing, verabschiedete daraufhin am 11. Oktober ein Gesetz über den Beitritt Dänemarks zu den Europäischen Gemeinschaften, und somit trat Dänemark am 01. Januar 1973 der EU bei.

Das Referendum wurde abgehalten, weil es im Folketing keine 5/6stel Mehrheit der Abgeordneten im Parlament gab, die sich für die Mitgliedschaft in der Europäischen aussprachen und die von der Verfassung verlangt wird, wenn Dänemark Teile seiner Souveränität abgibt.

Die Unterstützer eines Ja zur EG waren die Sozialdemokraterne des Ministerpräsidenten Jens Otto Krag, Det Radikale Venstre, Venstre und Det Konservative Folkeparti sowie große Teile der Unternehmensverbände und der Gewerkschaften. Die Gegner waren der linke Flügel, einschließlich der Socialistisk Folkeparti, sowie einige Juristen und die zu dem Zweck gegründete Volksbewegung gegen die EU. Es gab auch eine Gruppe von jüngeren sozialdemokratischen Abgeordneten, die sich gegen eine Mitgliedschaft des Landes in der EU aussprachen.

Das Argument dere Befürworter war unter anderem, dass es der dänischen Exportwirtschaft schaden würde, außerhalb der europäischen Zusammenarbeit zu stehen, während der andere Flügel argumentiertete, dass sich die EU zu einer politischen Union entwickeln würde und dass das Projekt zu kapitalistisch ausgerichtet sei.

von

Günter Schwarz – 02.10.2017