(Hjørring) – Das Licht von Dänemarks bekanntestem und 23 Meter hohem Leuchtturm auf dem Rubjerg Knude im Norden des Landes wurde erstmals am 27. Dezember 1900 entzündet. Der Leuchtturm war auf dem höchsten Punkt des Küstenabschnitts 60 Meter über dem Meeresspiegel und gut 200 Meter im Inneren des Landes auf einer Düne errichtet worden.

Um den Sandflug zu hemmen, stellte man Föhrenreisig auf und bepflanzte die Sanddünen mit Strandhafer und Helmgras mit dem Resultat, dass die Sanddüne bloss noch größer wurde. Je mehr man pflanzte, desto höher wuchs die Sanddüne. Zuletzt lag der Sand so hoch, das es zeitweise unmöglich war, das Licht des Leuchtturms vom Meer her zu sehen. Am 1. August 1968 gab man den Kampf auf, und der Leuchtturm wurde letztmals in Betrieb genommen, bis das Leuchtfeuer gänzlich erlosch.

Jetzt ist er Leuchtturm auf dem Rubjerg Knude sehr wahrscheinlich nicht mehr zu retten. Und trotzdem möchte sich die Kommune den Turm und das absolute Touristenmagnet der Region bewahren und überlegt sich Lösungen, den Leuchtturm zu erhalten.

Von dem Leuchtturm, der momentan nur noch 8 Meter von der Küste entfernt steht, wird aus Sicherheitsgründen der Zugang zum Feuer geschlossen, sobald die Küste sich auf fünf Meter angenähert haben wird, berichtet der Dänische Rundfunk. „Ein Wintersturm könnte schon ausreichen, um die 3 Meter Küste abbrechen zu lassen“, sagt der Bürgermeister der Hjørring Kommune, Arne Boelt. „Es sei nur schwer einzuschätzen, wann es sein wird, aber es ist jetzt höchste Zeit zu handeln“, sagte Boelt gegenüber DR. Die Naturbehörde, als Eigner des Leuchtturmes, möchte dem Sturz des Gebäudes ins Meer zuvorkommen und das Gebäude abbauen.

Die Kommunehingegen  lässt ihrer Phantasie freien Lauf, was mit dem abgetragenen Turm geschehen soll. Sie will ihren wichtigsten Touristenmagneten unbedingt bewahren. Die Überlegung ist, den Turm weiter ins Land zu verlegen oder ihn auf einer Insel im Wasser zu lassen und mit einer Hängebrücke zu versehen.

Der dynamische und ständig in Bewegung befindliche Sand der Düne Rubjerg Knude hatte dem Turm schon ab 1910 herum erheblich Probleme geschaffen. Die Düne türmte sich irgendwann bis zu 50 Meter auf und machte den Turm vom Meer aus sogar unsichtbar. Inzwischen hat die Düne den Leuchtturm komplett hinter sich gelassen und von den einstigen zum Turm gehörenden Wirtschaftsgebäuden sind nur noch Steine zu sehen, 2003 wurde beim letzten der Häuser das Dach abgenommen und es damit den Gewalten der Natur preis gegeben.

von

Günter Schwarz – 07.11..2017