Der Kapitän Peter Mærsk Møller und sein Sohn Arnold Peter Møller gründen am 16. April 1904 in Svendborg im Süden der Insel Fyn (Fünen) eine Dampfschiffgesellschaft unter dem Namen „Aktieselskabet Dampskibsselskabet Svendborg“ , die sich mit der Zeit zusammen mit der 1912 von Arnold Peter Møller Reederei unter dem Namen „Dampskibsselskabet af 1912, Aktieselskab“ zum größten dänischen Unternehmen A. P. Møller-Mærsk und einem Global Player im Logistikbereich entwickelt.

Sie kauften zunächst ein Schiff aus zweiter Hand zum Start ihres Unternehmens ab 1904. Acht Jahre später gründete A. P. Møller am 22. August 1912 das Unternehmen Dampskibsselskabet af 1912 A/S, weil er darin allein und ohne seinen Vater Peter Mærsk Møller Entscheidungen treffen wollte. Diese bilanztechnische Zweiteilung des Unternehmens wurde bis zur Fusion 2003 zur A.P. Møller-Mærsk A/S aufrechterhalten.

1917/18 wurde die Lindøværft errichtet. 1928 wurde mit sechs Schiffen der erste Liniendienst der Reederei Mærsk Line eingerichtet. Er verband die Ostküste und Westküste der USA mit Japan und Shanghai. Im selben Jahr begannen auch die Tankeraktivitäten der Firma.

1962 erhielt Mærsk die Konzession für Öl- und Gasbohrungen sowie die Ausbeutung der Vorkommen in dänischen Hoheitsgebieten (siehe auch Dansk Undergrunds Consortium). 1964 begann das Unternehmen seine Einzelhandelsaktivitäten mit Gründung der Dansk Supermarked AS. Nach dem Tode seines Vaters Arnold Peter Møller im Juni 1965 übernahm Mærsk Mc-Kinney Møller die Leitung der in Familienbesitz befindlichen Reederei und führte sie aktiv bis 1993 als Chief Executive Officer und anschließend bis 2003 als Chairman.

1969 wurde in Dänemark die Luftfahrtgesellschaft Mærsk Air gegründet, die 2005 an eine isländische Fondsgesellschaft verkauft wurde.

Nachdem das Unternehmen im Oktober 1963 mit der Tobias Mærsk das erste Semicontainerschiff erhalten hatte, übernahm die Mærsk Line im Januar 1974 mit der Svendborg Mærsk das erste Vollcontainerschiff. Mærsk-Line ist seit 1993, nach Übernahme der Ben-EAC Line, die größte Containerschiffsreederei der Welt.

Im Januar 1998 erwarb das Unternehmen die Volkswerft Stralsund und im November 1999 Sea-Land Corporation, den Begründer des Containerverkehrs. Des Weiteren wurden 1999 die südafrikanische Reederei Safmarine und 2002 die dänische Reederei Torm A/S sowie die niederländische Smit-Wijsmüller Bergungsreederei übernommen.

Am 11. Mai 2005 wurde bekannt gegeben, dass Mærsk Sealand die drittgrößte Containerreederei Royal P&O Nedlloyd NV mit Sitz in Rotterdam (Niederlande) für 2,3 Milliarden Euro erwerben will. Im August 2005 wurde die Übernahme durch die Aktionäre beschlossen. Seit Februar 2006 ist P&O Nedlloyd völlig integriert, der Name nur noch Geschichte. Auch Mærsk Sealand firmiert seitdem wieder unter dem bis 1999 gebräuchlichen Namen Mærsk Line. Das Unternehmen hat dadurch seine Marktstellung (Platz 1 weltweit) nachhaltig ausgebaut. Knapp 15 Prozent der Containertransportkapazität per Schiff weltweit stellt Mærsk Line zur Verfügung; der nächstgroße Mitbewerber MSC (Platz 2) besaß 2013 eine Kapazität von gut 13 %.

Unter dem Namen Norfolk Line bietet Maersk (nach Übernahme der Linie) seit 1985 zahlreiche Frachtfährverbindungen von Holland und Frankreich nach England an, ab dem Jahr 1996 auch für Pkw und Passagiere. 2005 wurde die zwischen England und Irland operierende Norse Merchant Ferries von Norfolk Line übernommen.

Die Flotte besteht insgesamt aus mehr als 250 Schiffen mit über 12 Millionen Registertonnen. Überwiegend sind Containerschiffe und Tanker im Einsatz. Das Flaggschiff der Maersk-Reederei ist die nach dem langjährigen Geschäftsführer Arnold Mærsk Mc-Kinney Møller benannte Mærsk Mc-Kinney Møller. Im Jahr 2008 setzte A.P. Møller-Mærsk 326,78 Milliarden Dänische Kronen (umgerechnet etwa 44 Milliarden Euro) um. Weltweit hat der Konzern 110.000 Beschäftigte. Die Reederei allein beschäftigte im März 2006 ca. 34.000 Personen.

Die Schiffswerft in Stralsund wurde zum Ende Juli 2007 an die Bremer Hegemann-Gruppe verkauft; laut dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Volkswerft habe A.P. Møller-Mærsk „den Verkauf eingeleitet, weil die kulturellen und sprachlichen Hürden zwischen Dänemark und Stralsund zu groß gewesen seien. Die erhofften Synergieeffekte seien zu schwach ausgefallen.“

Maersk schrieb 2009 zum ersten Mal in seiner Geschichte rote Zahlen, fuhr jedoch im Jahr danach bereits wieder einen Gewinn von über 5 Milliarden US-Dollar ein. Nach einem deutlich schwächeren Jahr 2011 konnte der Nettogewinn im Jahr 2012 wieder um 600 Millionen auf 4 Milliarden US-Dollar gesteigert werden.

Im Frühjahr 2011 gab das Unternehmen bekannt, bei der Schiffsbautochter des südkoreanischen Daewoo-Konzerns zehn 18.000-TEU-Schiffe der Triple-E-Klasse bestellt zu haben. Die Frachter haben eine Länge von 400 Metern und eine Breite von 60 Metern. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 1,9 Mrd. US-Dollar. Eine Option auf zehn weitere Schiffe wurde im Juni 2011 eingelöst. Eine Option auf den Bau weiterer zehn Schiffe war noch bis Februar 2012 offen, wurde jedoch nicht wahrgenommen. Die Lieferung des ersten Loses soll 2013 und 2014 geschehen, die des zweiten 2014 und 2015.

Im Dezember 2013 wurde bekannt, dass Mærsk ab Frühjahr 2014 eng mit den beiden Konkurrenten Mediterranean Shipping Company (MSC) und CMA CGM auf den Routen nach Asien kooperieren wolle. Die Wettbewerbsbehörde der USA erteilte dazu die Genehmigung, China verweigerte sie allerdings, so dass die Allianz als gescheitert gilt.

Heute ist die A. P. Møller-Mærsk Gruppen, auch bekannt als Mærsk, eine dänische Unternehmensgruppe, die in verschiedenen Geschäftsbereichen aktiv ist – vor allem in den Bereichen Logistik sowie Öl- und Gasförderung. Seit 1996 ist das Unternehmen die größte Containerschiffsreederei der Welt.

A. P. Møller-Mærsk hat inzwischen den Hauptsitz der Firma in der dänischen Hauptstadt København und Tochterunternehmen sowie Niederlassungen in über 130 Ländern. Der Konzern beschäftigt weltweit etwa 89.000 Mitarbeiter. In der Liste Fortune Global 500 stand er 2014 auf Platz 172, 2009 noch auf Platz 106.

von

Günter Schwarz – 16.04.2018