(København) – Die Bürger in Dänemark sich Beim Verdacht auf Übergriffe gegen Kinder wenden sich die Dänen immer häufiger an Polizei und Behörden, obwohl viele Hinweise gar nicht bearbeitet werden. Ein neuer Bericht der Kinderschutzorganisation Børns Vilkår und des Trygfonden zeigt, dass Gewalt gegen Kinder wird in Dänemark öfter und früher angezeigt und gemeldet wird.

2015 gingen bei der Polizei noch 3.522 Anzeigen wegen Verdachts auf Gewalt gegen Kinder ein. 2017 lag die Zahl bei 5.724 Anzeigen. Auch die Benachrichtigungen bei den Ämtern sind gestiegen. Von 96.592 im Jahr 2015 auf 104.121 in 2016.

Diese Steigerungen bedeuten allerdings nicht, dass mehr Kinder zu Hause geschlagen werden, meint Børns Vilkår. Statistiken zeigen sogar, dass diese Zahl sinkt. Stattdessen machen die Ergebnisse deutlich, dass die dänischen Bürger sensibler geworden sind und nicht mehr so lange zögern, bevor sie ihre Bedenken melden, sagt der Direktor der Kinderschutzorganisation, Rasmus Kjeldahl, zu Danmarks Radio.

„Das bedeutet für uns, dass wir besser und schneller reagieren können. Wir glauben nicht, dass Kinder öfter geschlagen werden als noch vor ein paar Jahren, aber wir glauben, dass die Außenwelt besser darin geworden ist, schnell Auffälligkeiten zu melden“, so Kjeldahl.

Obwohl es mehr Anzeigen gibt, werden viele gar nicht bearbeitet. Der Bericht kommt nämlich auch zu dem Ergebnis, dass 40 Prozent aller Hinweise von 2015 im Papierstapel der Sachbearbeiter untergegangen sind. „Da mehr Hinweise der Bürger kommen, liegt es nun an den Kommunen, sicherzustellen, dass ihre Sachbearbeiter auch die Zeit haben, sich darum zu kümmern., sagt Rasmus Kjeldahl.

Er fordert alle Bürger auf, auch weiterhin jeglichen Verdacht auf Gewalt oder sexuelle Übergriffe gegen Kinder zu melden. Auch wenn es sich danach anfühlt, „dass man seine Nase in die Angelegenheiten anderer Leute steckt.“

von

Günter Schwarz – 30.04.2018