(Nyborg) – „Es ist ein Sicherheitsmangel, von dem ich erwarte, dass das Ressort der Kriminalitätvorbeugung sofort angesprochen und einbezogen werden muss“, sagt Justizminister Søren Pape Poulsen (Det Konservative Folkeparti) zu DR Nyheder.

Zunächst wurden vier Playstations von der Polizei untersucht, nachdem sie mit extremistischem Material darauf im Nyborg-Gefängnis entdeckt wurden. Laut dem Direktor des Strafgerichtshofs Thorkild Fogde werden nun alle Spielkonsolen in allen Gefängnissen des Landes untersucht. „Es gibt eine große Anzahl von Spielkonsolen in einer Reihe von Gefängnissen, in denen wir gefährliche Insassen haben, denen wir aufgrund dieses Falles die Geräte entziehen mussten und die wir jetzt untersuchen“, sagte der Direktor.

Laut Angaben von DR Nyheder hat das Strafgericht etwa 200 Playstations aus den geschlossenen Gefängnissen und mehreren anderen Haftanstalten entfernt – Playstations, die die Gefangenen kaufen oder mieten können.

Der Direktor des Ressorts der Kriminalitätsvorbeugung will sich nicht weiter über die vier Playstations äußern, die die Sache zum Rollen gebracht haben, aber er bezeichnet sie als „Material mit radikalen Inhalt“. „Es ist Material, das nicht im Gefängnis in den Händen von Gefängnisinsassen sein sollte“, sagte Thorkild Fogde.

Nach den Informationen von DR Nyheder soll es sich um extremistische Videos handeln, die auch Köpfungen zeigen. Sie sollen mit USB-Sticks eingeschmuggelt worden sein. Playstations in Gefängnissen können mangels einer Web-Verbindung nicht online gehen.

Die Spielekonsolen werden nun in Zusammenarbeit mit der Polizei und dem Polizeinachrichtendienst untersucht. Unter anderem muss ermittelt werden, wer das Material eingeschmuggelt hat, wie es weitergegeben wurde und wie lange es verfügbar war. „Wir haben eine große Anzahl von Spielekonsolen in einer Reihe von Gefängnissen eingesammelt, um sie zu untersuchen, so dass wir uns ein Bild über das Problem bilden können. Dann untersuchen wir, ob diese Geräte gegen Missbrauch weiter gesichert werden können“, sagt Thorkild Fogde.

Die rechtspopulistische Dansk Folkeparti (Dänische Volkspartei) fordert eine Aufklärung darüber und sieht den Fall als ein großes Problem an und dass
Insassen Zugang zu extremem Material haben, da damit das dänische Gefängnissystem in ein schlechtes Licht gerückt wird. So sagt der rechtpolitische Sprecher der Dansk Folkeparti, Peter Kofod Poulsen, dass er eine Erklärung dazu von Justizminister Søren Pape Poulsen fordert. „Der Justizminister muss den genauen Ab- und Verlauf in dieser Angelegenheit klären, aber er muss auch erklären, was er in der Zukunft zu tun beabsichtigt, dass so etwas nicht wieder passieren kann“, sagt er.

Der Parteisprecher betont, dass sich der Schwerpunkt politisch auf die Verhinderung des Schmuggels von technischer Hardware in Gefängnissen konzentrieren muss. „Es ist einfach entscheidend, dass diese Menschen keinen Kontakt zur Außenwelt bekommen und dass sie nicht im Gefängnis, um dort radikalisiert zu werden“, sagt Peter Kofod Poulsen.

Der Gefängnisdirektor Thorkild Fogde bezeichnet es als „dumme Sache“. „Natürlich ist es völlig, inakzeptabel, und es besteht kein Zweifel darüber, dass es von unserer Seite ein Sicherheitsdefizit gibt. Natürlich darf es nicht passieren und natürlich ist es unsere Aufgabe, die an die Insassen ausgelieferten Geräte zu sichern“, sagt Thorkild Fogde.

Mit Justizminister Søren Pape Poulsen ein Interview zu führen, war nicht möglich, aber gab das folgende schriftliche Statement zu dem Fall ab: „Ich betrachte diesen Fall mit größter Ernsthaftigkeit. Extremistisches Material ist in den Gefängnissen des Landes keineswegs zuhause. Es ist ein Sicherheitsmangel, den das Ressort der Kriminalitätsverbeugung sofort beheben wird. Ich erwarte nun weitere Untersuchungen in diesen Fällen.“

von

Günter Schwarz – 02.05.2018