(New York) – Die New Yorker Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat die Kreditwürdigkeit der Türkei tiefer in den sogenannten Ramschbereich herabgestuft. Wie die Bonitätsprüfer in der Nacht zum Mittwoch mitteilten, sei die Ratingnote um eine Stufe auf „BB-“ gesunken. Der Ausblick sei stabil. Es drohe zunächst keine weitere Abstufung.

Der Index „BB-“ steht für die dritthöchste Note im Ramsch- oder „Junk“-bereich, mit dem Ratingagenturen riskante Anlagen kennzeichnen. Ein Risiko wird in dem hohen Leistungsbilanzdefizit des Landes vermutet. Zudem werden die steigenden Haushaltsdefizite kritisiert.

Eine Gefahr sei auch die hohe Inflation, so die S&P. Als ein weiteres Risiko wird die seit langem abwertende und stark schwankende Landeswährung Lira gesehen. Sie erschwere es dem Privatsektor, seine oftmals in ausländischer Währung aufgenommenen Schulden zurückzuzahlen.

Kritisiert wird schließlich auch das als zunehmend zentralisiert beschriebene Regierungssystem durch den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan, der sich wie ein Despot aufführt, und das Land in den wirtschaftlichen Abgrund führt.

von

Günter Schwarz – 02.05.2018