Auf die Frage nach einem typisch schwedischen Gericht würde wohl die Mehrheit mit „Köttbullar“ antworten – zumindest seit Ikea die Kult-Hackbällchen nahezu weltweit bekannt gemacht hat. Zu einem Besuch in dem schwedischen Möbelhaus gehören sie dazu: die Fleischbällchen oder Köttbullar. Eine schwedische Spezialität sind sie allerdings nicht.

Die offizielle Twitter-Seite von Schweden hat vor einigen Tagen ein gut gehütetes Geheimnis gelüftet. „Sweden.se“ zwitscherte ein Foto, das die beliebten Fleischbällchen Köttbullar zeigt. Dazu stand geschrieben: „Schwedische Fleischbällchen basieren auf einem Rezept, das König Charles XII. (1682 – 1718) von einem Aufenthalt im Osmanischen Reich Anfang des 18. Jahrhunderts mitgebracht hat. Bleiben wir bei den Fakten.“

Damit hat wohl keiner gerechnet. Schon gar nicht, nachdem das schwedische Möbelhaus Ikea so oft und gerne mit der Spezialität wirbt. Für viele Ikea-Besucher sind Köttbullar neben den Hotdogs nach dem Shopping quasi die Kür nach der Pflicht. Die Nachricht über die wahre Herkunft der Köttbullars löste bei der Netzgemeinde großen Diskussionsbedarf aus: Mehr als 20.000 Likes, fast 8.000 Retweets und über 800 Kommentare konnte der Post bislang generieren.

Weshalb Schweden ausgerechnet jetzt damit herausplatzt, ist nicht klar. Bereits klar ist allerdings, dass das Geständnis besonders in Schweden für Aufregung sorgt. So wurde der Tweet vom Samstag tausendfach kommentiert. Das Weltbild vieler Köttbullar-Liebhaber aus Schweden und aus anderen Ländern hat diese Nachricht wohl ins Wanken gebracht.

Viele nehmen das plötzliche Geständnis allerdings mit Humor, und so meint ein User etwa: „Wir sind gewillt das zu vergessen, wenn ihr uns dafür Zlatan Ibrahimović überlasst.“» Und ein anderer schreibt mit einem Augenzwinkern: „Mein ganzes Leben war eine Lüge…“

Einige Nutzer schlugen vor, anstatt der schwedischen Bezeichnung Köttbullar künftig das türkische Synonym „Köfte“ zu verwenden. Dass Ikea jedoch so weit geht und sein kulinarisches Vorzeigegericht künftig unter dem türkischen Namen anbietet, bleibt abzuwarten, denn schließlich geht dabei ja eigentlich nur um eines: den Geschmack.

von

Günter Schwarz – 05.05.2018