(Flensburg / Kiel) – Die Landtagsfraktion der Grünen, die in der Regierungskoalition mit FDP und CDU in Schleswig-Holstein ist, hat ein Stadtbahnkonzept für Flensburg nach Aarhuser Vorbild vorgestellt. Dabei sollen neben elektrischen innerstädtischen „Straßenbahnen“ auch Überlandbahnlinien ins Umland zwischen Flensburg und Niebüll und zwischen Flensburg, Tinglev und Tønder eingerichtet werden – in Spurweite der Eisenbahn.

Erst im vergangenen Jahr war eine Wiederaufnahme der Bahnverbindung zwischen Flensburg und Niebüll auf der derzeit stillgelegten Bahnlinie diskutiert worden. Im Verkehrsministerium in Kiel wurde unter anderem eine Verbindung der zwischen Esbjerg, Tønder und Niebüll eingesetzten Züge nach Flensburg als möglich genannt.

Diese sollten u. a. von Flensburg über Leck nach Lindholm/Niebüll sowie von Flensburg/Padborg über Tinglev nach Tønder auf der derzeit ungenutzten Bahntrasse von 1867 verlaufen. Auch eine Weiterführung nach Sønderborg und Vojens/Haderslev sei möglich, so die Pläne, über welche die Flensborg Avis berichtet.


Karte der Bahnstrecken um Tønder, 1902
Vom Flensburger Stadtgebiet, wo die Straßenbahn 1973 stillgelegt wurde, könnten über Hafenbahngleise und Neubaustrecken Harrislee und Padborg erreicht werden. Nach Angaben des verkehrspolitischen Sprechers der Grünen, Dr. Andreas Tietze, würde eine Realisierung zwischen 390 und 700 Millionen Euro kosten. Für die grenzüberschreitenden Linien könnten allerdings Zuschüsse aus EU-Mitteln beantragt werden.


Die Linie 1 der Flensburger Straßenbahn
von

Günter Schwarz – 10.05.2018