(København) – Inger Støjberg, die dänische Ministerin für Ausländer, Integration und Wohnen, zeigt sich nicht überrascht, dass weniger Muslime für die dänische Staatsbürgerschaft zugelassen wurden, seit die Regierung im Jahr 2015 strengere Einbürgerungsgesetze erlassen hat.

Laut einer Studie der Zeitung „Politiken“ stammten 70 Prozent der neuen dänischen Staatsbürger im Jahr 2014 aus muslimischen Ländern. Diese Zahl ist in diesem Jahr drastisch auf 21 Prozent gefallen. Im selben Zeitraum hat Dänemark begonnen, eine doppelte Staatsbürgerschaft zuzulassen, wobei zunehmend die Einbürgerungsanträge von Menschen aus westlichen Ländern gestellt werden.

Støjberg sagte, die Zahlen zeigen, dass die Regelungen, für die ihr Ministerium verantwortlich war, die gewünschte Wirkung erzielt haben. „Das liegt zweifellos daran, dass die Anforderungen gestiegen sind. Zum Beispiel die Sprachanforderung, sich selbst versorgen zu können, sich von der Kriminalität fernzuhalten und bestimmte Tests zu bestehen“, sagte sie. „Meiner Ansicht nach gibt es keinen Zweifel, dass es viel einfacher ist, beispielsweise einen christlichen Amerikaner als einen muslimischen Somali zu integrieren“, fügte Støjberg hinzu.

Die im Jahr 2015 von der damaligen liberalen Regierung mit Unterstützung der anderen rechten Parteien Dänemarks eingeführten Staatsbürgerschaftsregeln beinhalteten strengere sprachliche Forderungen, finanzielle Autonomie, eine höhere Punktzahl im Staatsbürgerschaftstest und strengere Regeln in Bezug auf das Strafregister. „Es ist klar, dass wenn man aus anderen Teilen der Welt kommt, muss man sich etwas anstrengen, um zum Beispiel die Sprache zu lernen“, sagte Støjberg.

Sie fügte hinzu, dass sie in der kommenden Woche Gespräche über weitere potenzielle Hemmschwellen beginnen würde. „Ich habe die Staatsbürgerschaft schon einmal verschärft, und jetzt sollen neue Beschränkungen in Kraft treten. Menschen, die Bandenkriminalität vedrwickelt sind, dürfen die Staatsbürgerschaft nicht bewährt bekommen“, sagte sie.

„Das Ziel strenger Regeln ist, dass einem klar ist, man muss sich dafür anstrengen, die dänische Staatsbürgerschaft zugesprochen zu bekommen“, fügte sie anbei.

von

Günter Schwarz – 14.05.2018