(København) – Ein syrischer Mann, der in Schweden Asyl beantragt hat und beschuldigt wird, in Dänemark einen Terroranschlag geplant zu haben, wird weiterhin in dänischem Polizeigewahrsam bleiben, urteilte das Byrettet København (Stadtgericht Kopenhagen) am Montag.

Der 31-jährige Mann wurde kurz vor Weihnachten wegen seiner Rolle in einem gescheiterten Terroranschlag verhaftet, der im November 2016 mit einem 21-jährigen syrischen Mann geplant haben soll. Laut Angaben der Polizei wollten die beiden Männer in København wahllos Menschen erstechen und dann in der dänischen Hauptstadt eine oder mehrere Bomben zünden.

Ihr Plan wurde durchkreuzt, als der jüngere Mann angehalten wurde, die Grenze von Deutschland nach Dänemark zu überqueren. Der 21-Jährige, ebenfalls ein syrischer Asylbewerber, soll 17.000 Streichhölzer, zwei Küchenmesser und sechs Walkie-Talkies bei sich getragen haben, als die deutsche Polizei ihn festnahm.

Die beiden Männer wurden Berichten zufolge von dem IS rekrutiert und zusammengeführt. Der jüngere der beiden wurde im Juli 2016 von einem deutschen Gericht verurteilt, als dokumentiert wurde, dass er schriftlich erklärt hatte, er sei bereit, im Namen der Terroristengruppe IS zu töten.

Die vereitelte Handlung war eine vorbereitete Selbstmordmission. Bei der Überfahrt nach Dänemark hatte der 21-Jährige kein Reisegepäck und nur eine kleine Summe Geld dabei. Abschiedsbriefe und Anweisungen zur Bombenherstellung wurden in seinem Smartphone gefunden.

Der 31-Jährige, dem am Montag sein Polizeigewahrsam bis zum 11. Juni verlängert wurde, hat sich für unschuldig erklärt. Das Gerichtsverfahren vor dem Untersuchungsgericht von Montag in København fand hinter verschlossenen Türen statt, und Staatsanwältin Sonja Hedegaard war nicht gewillt, weitere Einzelheiten zu dem Fall bekanntzugeben – unter anderem auch nicht, wann der Mann vor Gericht gestellt werden soll.

von

Günter Schwarz – 15.05.2018