(København) – Die „Kongelige Livgarde“ (Königliche Leibgarde) ist ein Regiment der Dänischen Armee, das 1658 von Kong Frederik III. als reguläres Infanterie- und Leibgarderegiment gegründet wurde.Es dient unter anderem zum Schutz des Königshauses und ist zugleich eine große Touristenattraktion in Dänemark.

Das Regiment versieht den Objektschutz in den königlichen Schlössern Amalienborg und Rosenborg. Weitere Wachobjekte sind die von der königlichen Familie genutzten Schlösser Fredensborg, Marselisborg und Gråsten sowie das Schloß Christiansborg, in dem das dänische Parlament, das Folketing“ seinen Sitz hat. In einem möglichen Kriegsfall fällt dem Regiment die Aufgabe zu, die dänische Hauptstadt København zu verteidigen. Bisher mussten Männer und Frauen, die in der „Livgarde“ aufgenommen werden wollten, gleich groß sein. Das ändert sich jetzt aufgrund einer Beschwerde von Menschenrechtlern.

Wer sich in Dänemark die berühmte „Fanebæreren“ (Bärenfellmütze) aufsetzen, den „Gardersabel“ ( Gardesäbel) tragen und in der „Kongelige Livgarde“ seinen Dienst tun will, der muss aus „besonderem Holz geschnitzt“ sein – und mindestens 1,75 Meter groß! Das galt bisher und ist so auch noch auf der Internetseite der dänischen Streitkräfte gemäß dem Stand 18. März 2018 zu lesen – zumindest in Bezug auf die Körpergröße. Doch wie die Tageszeitung „Berlingske“ berichtet, wird sich das bald ändern.

Weibliche Bewerber, so die Anforderungen, brauchen dann künftig nur 1,69 Meter messen – also sechs Zentimeter weniger. Auf die Idee sind die dänischen „Forsvaret“ (Streitkräfte) nicht von sich aus gekommen – das Institut für Menschenrechte hatte sich an sie gewandt.

Die Menschenrechtler witterten indirekte Diskriminierung, weil Frauen durchschnittlich schlicht von kürzerem Wuchs sind als Männer. Deshalb sei es schwerer für Frauen als für Männer, in der „Livgarde“ zu dienen. Im Schnitt sind Männer 1,80 Meter groß, Frauen 1,69 Meter – was der neuen Mindestanforderung für sie entspricht.

Generalmajor befürchtet keinen Autoritätsverlust

Der ursprüngliche Grund für die Mindestgröße in der Königlichen Leibgarde ist nach Angaben von Generalmajor Hans-Christian Mathiesen, dass die Körpergröße eine gewisse Autorität mit sich bringe. Diese sei bei der Leibgarde auch nötig, weil sie die meisten ihrer Aufgaben ohne Gewaltanwendung löse. „Aber ich meine nicht, dass die geringere Mindestgröße Auswirkungen auf die Autorität der weiblichen Gardisten haben wird“, sagt er zu „Berlingske“.

Bereits zum 1. April 2009 hatte dieselbe konservative Tageszeitung – damals als Aprilscherz – darüber berichtet, dass die Mindestgröße der Gardisten aus Rücksicht auf Frauen herabgesetzt werden soll. Auf 1,50 Meter, hieß es damals launig. Die kleineren Gardistinnen sollten dann der Zeitung nach extra höhere Bärenfellmützen bekommen.

von

Günter Schwarz – 18.05.2018