(København) – Nach der Meinung der Integrations- und Ausländerministerin Inger Støjberg (Venstre / Rechtsliberale Partei) sollten Muslime im Fastenmonat Ramadan Urlaub nehmen oder in die Ferien gehen, weil sich Fasten und Arbeiten nicht miteinander vertragen – etwa bei Busfahrern.

Die dänische Bus- und Zuggesellschaft Arriva dagegen will aber „kein Problem lösen, das es nicht gibt.“ Man kann sich beruhigt in einen Bus setzen, dessen Fahrer gerade faste, zitiert die Zeitung „Jyllands-Posten“ die Bus- und Zuggesellschaft Arriva. Støjberg hatte in ihrem Leserbrief an die „BT“ explizit Busfahrer erwähnt. „Wir haben nie Probleme oder Unfälle gehabt, die auf fastende Busfahrer zurückzuführen sind“, sagt Arrivas Kommunikationschefin Pia Hammershøy Splittorff zu Jyllands-Posten. Rund ein Drittel der Busfahrer der Verkehrsgesellschaft hat einen anderen ethnischen Hintergrund. Zahlen zu praktizierenden Muslimen hat Arriva allerdings nicht.

Jetzt möchten die dänischen Socialdemokraterne von vier Ministerien die Frage beantwortet bekommen, ob fastende Muslime tatsächlich vermehrt Verkehrsunfälle verursachen oder fehlerhaft arbeiten. Dieses berichtet die Tageszeitung „Politiken“.

Diese Anfrage steht im Zusammenhang mit einem Leserbrief der Ausländer- und Integrationsministerin Inger Støjberg (Venstre) in der Boulevardzeitung „BT“, in dem sie Muslime dazu aufrief, im Fastenmonat Ramadan in den Urlaub bzw. in die Ferien zu gehen. Adressaten der Anfrage sind der Transportminister Hans Christian Schmidt (Venstre), die Gesundheitsministerin Sophie Loehde (Venstre), der Beschäftigungsminister Troels Lund Poulsen (Venstre) und Inger Støjberg selbst. Gebe es ein Sicherheitsproblem, dann sollten die betreffenden Personen während des Fastenmonats nicht zur Arbeit gehen, gibt es keines, sollte nicht eine solche Kolumne geschrieben werden, meint Mattias Tesfaye, ausländerpolitischer Sprecher der Socialdemokraterne.

von

Günter Schwarz – 24.05.2018