(København) – Die panische Furcht vor der Schweinepest in Dänemark nimmt jetzt schon hysterische Züge an, denn eine Gesetzesänderung soll es ermöglichen, die Wildschweine nicht nur durch einen rund 70 Kilometer langen Zaun entlang der deutsch-dänischen Landgrenze, sondern auch durch Barrieren im Wasser fernzuhalten. Ein sogenannter Experte behauptet, dieses würde mehrere Vorteile bringen.

Der an der deutsch-dänischen Grenze geplante Wildschweinzaun zum Schutz vor der afrikanischen Schweinepest, ist an manchen Stellen unpraktisch. Viele hundert Hektar Boden würden dadurch unzugänglich und die Gezeiten an der Nordseeküste schaffen am und im Wasser zusätzliche technische Probleme. Zu diesem Schluss kam das zuständige Umwelt- und Nahrungsmittelministerium nach einer genauen örtlichen Untersuchung und hat deshalb einen Gesetzesänderungsvorschlag eingebracht, so dass der Text breiter ausgelegt werden kann – und beispielsweise eine schwimmende Barriere möglich macht. Das berichtet die Online-Zeitung „Ingeniøren“.

Dem Gesetz wurde der Abschnitt hinzugefügt: „Das Umwelt- und Nahrungsmittelministerium kann erlauben, dass der Wildschweinzaun in bestimmten Bereichen durch eine andere Maßnahme mit Barrierewirkung ersetzt werden kann, darunter zum Beispiel eine schwimmende Barriere.”

Oberförster Bent Rasmussen von der Naturstyrelsen Vadehaven (Naturbehörde Wattenmeer), der für den Bau des Wildschweinzauns verantwortlich ist, erklärte gegenüber „Ingeniøren“: „Wir stellen uns eine Barriere vor, die sich zum Teil unter als auch über Wasser befinden soll und von den Wildschweinen nicht überwunden werden kann.”

Besonders an Stellen wie der Vidå (Wiedau) und am Rudbøl Sø (Ruttebüller See), durch den die gemeinsame Landesgrenze von Dänemark und Deutschland verläuft, sind solche Maßnahmen vorgesehen, denn dort gebe es durch die örtlichen Gegebenheiten, wie die Gezeiten, eine Reihe Herausforderungen für einen normalen Zaun, erklärt der Förster. Außerdem könne so verhindert werden, dass Grundstücksbesitzer durch den Zaun belästigt werden.

Ein weiterer Vorteil des schwimmenden Zauns wäre, dass damit verhindert werden würde , dass große Landareale, zu denen sonst kein Zugang mehr möglich sein wird, weiterhin zugänglich sind. Das sei besonders für die Landwirte wichtig. Allerdings gibt es eine bauliche Alternative zum festen Zaun noch nicht. Deshalb wird wohl eine Spezialfirma mit dem Bau eines derartigen Zaunes beauftragt werden.

Oberförster Rasmussen stellt sich ein Hindernis im Wasser so vor, dass er zum Teil unter der Wasseroberfläche liegt und zum großen Teil noch darüber. Außerdem solle sich der schwimmende Zaun nicht verschieben lassen, so sein Wunsch.

An der Flensburger Förde und im Wattenmeer ist jedoch weiterhin eine feste Zaunanlage geplant. Am 25. April dieses Jahres wurde das jetzt erweiterte Gesetz (L228) zum Bau eines Wildschweinzauns an der deutsch-dänischen Grenze im Folketing vom zuständigen Umwelt- und Nahrungsmittelministerium eingebracht.

von

Günter Schwarz – 25.05.2018