Die verfassungsgebende Versammlung erreicht am 25. Mai 1849 eine Einigung über den Entwurf der dänischen Verfassung. Der Verfassungsentwurf wird mit 119 gegen 4 Stimmen angenommen.

Die verfassungsgebende Versammlung war ein Treffen von 152 Männern, von denen 114 demokratisch gewählt waren und 38, darunter 6 Minister, vom König, Kong Frederik VII., bestimmt wurden, die nach der Abschaffung des Absolutismus die erste Verfassung Dänemarks, das „Juni- Grundgesetz“, diskutierten und gestalteten, das am 05. Juni 1849 in Kraft trat.

Nach der Märzrevolution vom 22. März 1848 hoben Kong Frederiks VII. „Märzminister“ den Verfassungsentwurf vom 28. Januar im März auf, der eine gemeinsame Verfassung für Dänemark und die Herzogtümer Slesvig (Schleswig), Holsten (Holstein) sowie Lauenborg vorgesehen hatte, und eine Ständeversammlung, die aufgrund eines Wahlgesetzes zusammengesetzt werden sollte, vorgeschlagen, die eine Verfassung ausarbeitet. Das Wahlgesetz erteilte „unverheirateten“ Männern über 30 Jahre in selbständigen Haushalten das Wahlrecht. Die Einführung des allgemeinen Wahlrechts war unter anderem ein Ergebnis des Wunsches der Regierung, die Unterstützung der Bevölkerung während des Dreijährigen Krieges (Erster Deutsch-Dänischer Krieg, 1848 – 1851 ) aufrechtzuerhalten. Dennoch ernannte die königliche Regierung mit Zustimmung von Kong Frederik VII. neben den 114 gewählten zusätzlich 38 königlich auserwählte Mitglieder in die Versammlung zu entsenden.

Der König nahm letztlich den entscheidenden Einfluss auf die endgültige Fassung der „Juni-Verfassung“, und er als Person war auch ein Thema im Wahlkampf. Bei den Wahlen in Einzelwahlkreisen, wurden mehrere national liberale Kandidaten von den „Bondevenner“ (königstreue Bund-Freunde) aufgrund ihrer Unterstützung für den König geschlagen.

Die Volksbegeisterung der Märztage war bei Wahl zu den Mitgliedern der verfassungsgebenden Versammlung verflogen, und keine Kandidaten aus dem Kreis Københavns einflussreicher Handwerkerbewegung „Hippodrombevægelsen“ wurden gewählt. Obwohl noch keine echten Parteien existierten, erwies sich die Landbevölkerung als Wahlsieger. Die Regentschaft des Königs wurde gesichert, obwohl sich eine verfassungsgebende Versammlung bestehend aus drei fast gleich große Gruppen ergab. Diese drei Gruppen waren: Konservative, Nationalliberale (Mitte) und „Bondevenner“ (Königstreue).

Der Nationale Liberaldemokrat D. G. Monrad, Minister des Ministeriums der Märtyrer, schrieb den ersten Entwurf des neuen Verfassungsgesetzes für Dänemark. In seiner Arbeit hatte er sich von dem zeitgenössischen Geist inspirieren lassen, vor allem von der belgischen und norwegischen Verfassung und stellte auf der Grundlage derselben eine Skizze von insgesamt 80 Artikeln zusammen. Dieser Entwurf wurde dann in dänischer Sprache überarbeitet, unter anderem von Orla Lehmann, der auch ein national-liberaler Regierungsminister war. Dann wurde die Verfassung an den 1848er-Ausschuss übergeben, und von dort aus ging sie an die verfassungsgebende Versammlung.

Der anhaltende Streit über Schleswigs sprachliche und kulturelle Zugehörigkeit führte zu Monrads und Lehmanns Entlassung als Minister wenige Tage nach der Eröffnung der Nationalversammlung am 23. Oktober 1848, aber die Besetzung der Schlüsselpositionen durch national liberale Vertreter gewährleistete, dass dem Vorschlag der beiden entsprochen wurde. Dem Wunsch der „Bondevenner“ den Rigsdag (Reichstag) zu einen Einkammer-Parlament zu machen, wurde nicht entsprochen, und man einigte sich darauf, den Rigsdag aus zwei Kammern zu bilden.

Die Bauern fürchteten eine Verzögerung bei dem Inkrafttreten der Verfassung und schlossen sich deshalb einem Vorschlag an, der das allgemeine Wahlrecht für die zweite Kammer, dem Folketing, vorsah. Für die erste Kammer, dem Landsting, wurde beschlossen, die Abgeordnetem indirekt für acht Jahre zu wählen. und zudem sollte es sich aus Mitgliedern mit einem relativ hohen Einkommen zusammensetzen. Die Abgeordneten für das Folketing dagegen sollten für drei Jahre direkt gewählt werden. Die dann endgültige Verfassung, das „Grundlov“ wurde am 25. Mai 1849 mit großer Mehrheit von 119 gegen 9 Stimmen angenommen.

Die verfassungsgebende Versammlung umfasste eine ganze Anzahl von bedeutenden Persönlichkeiten, einschließlich die von N. F. S. Grundtvig, der sich einen Namen als Schriftsteller, Dichter, Philosoph, Historiker, Pfarrer, Pädagoge und Politiker machte. Die Versammlung hatte aber auch eine Anzahl von Leuten in ihren Reihen, die später nie wieder eine politische Rolle spielten. Der Botaniker und Universitätsprofessor J. F. Schouw war Präsident der verfassungsgebenden Versammlung. Nachdem die 152 Mitglieder der Versammlung das Grundlov fertig ausgearbeitet hatten, war sie von den einst 80 auf 100 Artikel angewachsen. Sie wurde am 05. Juni 1849 von Kong Frederik VII. angenommen und unterzeichnet.

von

Günter Schwarz – 25.05.2018