Halløjsa – er du okay?

Seit Tagen schon ärgere ich mich über die nun eingeführte DSGVO (Datenschutzgrundverordnung). Allerdings amüsiere ich mich auch etwas, da ganz GENAU solche Dinge dazu in der Lage sind, Deutschland lahm zu legen. Für den Deutschen ist eine „Verordnung“ keine lose Anleitung, sondern seine verdammt preußisch-vaterländische PFLICHT! Viele Hobby- und Amateurfotografen drehen nun mit masturbatorischer Inbrunst jeden Pixel im Internet um, um herauszufinden, was sie denn nun nach der neuen DSGVO eigentlich noch dürfen. GANIX darfst du! Sogar das SPEICHERN der Fotos auf dem Computer ist laut DSGVO schon grenzwertig.

In dem tiefsten Keller meines Herzens: dort, wo meine Seele umherstreift und leise Knurrgeräusche macht, finde ich die DSGVO tatsächlich sinnvoll. Gerade wenn man an „ältere Herren“ denkt, die im Sommer bei 60 Grad Celsius im Schatten mit ihrer Nikon-Spiegelreflex mit 300er Objektiv am Strand sitzen und Fotos von irgendwelchen Mädchen machen, um sie dann auf einschlägigen Foren im Internet zu posten. Solchen Leuten richtig Angst zu machen: DA bin ich dabei. Mit der Mistgabel vorne weg!

Gleichfalls sollten sich Anwälte und insbesondere Gerichte wirklich Gedanken darüber machen, wie man dieses Gesetz nun wirklich anwendet. Die deutsche Tradition, wildfremde Menschen zu verklagen, bis 12 Leitz-Ordner prall gefüllt sind und jedem Beteiligten kleine Engel aus dem Arsch fliegen, macht da nicht unbedingt Lust auf die Zukunft.

Ich fotografiere gern und viel. Und auch wenn es mir bisher im Traum nicht eingefallen ist, fremde Menschen ins Gesicht zu fotografieren und sie dann ungefragt ins Internet zu posten, ahne ich, dass auch ich irgendwann einmal eine solche Abmahnung von einem „Abmahnwalt“ in den Händen halten werde. Dazu ist man in Deutschland einfach zu trainiert für solche Sachen. Armeen von Abmahnanwälten feiern schon jetzt und reiben sich die Hände bei dem Gedanken jedem Instagram-Fashion-Blogger das Hobby so richtig zu versauen.

Interessant wäre eine Kombi des bayrischen Polizeigesetzes und dieser DSGVO, welche dann jeden Rechner eines Amateurfotografen so heiß macht, als wäre dort Kinderpornografie gespeichert.

Tür auftreten… ALLES beschlagnahmen und dann „Woll’n wir doch mal sehen, ob du da irgendwo Fotos hast … MIT MENSCHEN drauf! du SCHEISS-Amateur-Fotografensau!!!“

Dass ausgerechnet das Volk der Dichter und Denker wieder ein Gesetz an den Start bringt, welches Kunst erschwert, wenn nicht sogar verhindert, wundert mich nicht. Die Prioritäten liegen in Deutschland schon lange nicht mehr im Schöngeistigen. Die nächste Konsequenz der DSGVO wäre nun eigentlich auch, dass man Portrait-Zeichner oder -Maler in diesen Kriminalisierungsprozess einbindet. Schließlich ist das Anfertigen einer Malerei um ein vielfaches persönlicher als so ein schnell geknipstes Foto.

Auch und mit Dingen wie der DSGVO wird Deutschland mehr und mehr zu einem Land, in dem ich tatsächlich nicht mehr gern lebe.

Jow… nu kiek mol ni so klog!