Der dänische Schriftsteller Bernhard Ingemann wird am 28. Mai 1789 in Thorkildstrup auf der Insel Falster geboren.

Unter dem Einfluss der deutschen Romantik entstand Bernhard Severin Ingemanns Lyrik. Es folgten historische Romane, die an den schottischen Dichter und Schriftsteller Walter Scott (15. Aug 1771 – 21. Sep 1832) angelehnt sind. Im Spätwerk Ingemanns überwogen dann tiefreligiöse Gedichte.

Ingemann war der Sohn eines Pastors. Er war in Sorø ein Mitschüler von Christian Hviid Bredahl. Nachdem er seine Schulzeit auf dem Gymnasium in Slagelse absolviert hatte, studierte er an der Universität København. Als Ingemann sein Studium erfolgreich beendet hatte, wirkte er einige Zeit als Privatdozent. Sein Debüt als Schriftsteller gab er mit Erzählungen, welche von der Literaturkritik wohlwollend aufgenommen wurden. Kontrovers allerdings wurde 1813 seine Novelle „Warners poetiske vandringer“ diskutiert, da man mit dem lyrisch-erotischen Inhalt durchaus nicht einverstanden war.

Als solcher war er in den Jahren 1818/1819 auch in Deutschland und in Italien unterwegs. Das literarische Ergebnis dieser Reise fand sich in seinen Werken „Reiselyren“ (1820) und „Julegave“ (1826) wieder. Neben Novellen und Gedichten fand Ingemann nun mehr und mehr einen Schwerpunkt in dramatischen Werken; z. B. „Reinald Underbarnet“, „Masaniello“ oder „Bianca“.

1822 erhielt Ingemann eine Anstellung als Lektor an der Akademie zu Sorø und zwischen 1843 und 1849 leitete er als Direktor diese Akademie. Sozusagen nebenbei verfasste Ingemann mehrere Satiren. Zugleich veröffentlichte er eine Anzahl lyrisch-epischer Dichtungen, wie Helias og Beatrice (1816) und De Unterjordiske (1817).

Mit dem Epos „Valdemar den Store og hans Mænd“ (1824) begann Ingemann eine Reihe von historischen Werken, in denen er – nach eigener Aussage beeinflusst von Sir Walter Scott – die Geschichte seines Landes in vielerlei Facetten zeichnete. Zu nennen wäre hier auch der Zyklus „Valdemar Seier“ (1826), „Erik Menveds Barndom“ (1828), „Kong Erik og de Fredløse“ (1833) und „Prinds Otto of Danmark“ (1835). Genauso bekannt wie seine geschichtlichen Werke wurde Ingemanns Romanzen-Zyklus „Holger Danske“ (1837), der als einer seiner gelungensten Gedichte gilt.

Von seinen Schriften religiösen Inhalts wären Ingemanns Psalmensammlung „Høimessepsalmer“ (1825) und das Werk „Tankebreve fra en Afdød“ (Gedanken in Briefen eines Verstorbenen, 1855) zu erwähnen, in dem er seinen religiösen Standpunkt darlegt.

Bernhard Severin Ingemann verstarb am 24. Februar 1862 in der Kleinstadt Sorø auf Sjælland (Seeland).

von

Günter Schwarz – 28.05.2018