(München) – In Bayern gilt vom heutigen Freitag an die „Kreuzpflicht“ für alle Landesbehörden. Auf Anordnung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) soll in allen Dienstgebäuden des Freistaates ein Kreuz im Eingangsbereich hängen. Damit soll nach dem Willen der Staatsregierung die christlich-abendländische Tradition Bayerns deutlich gemacht werden. Einzig Hochschulen, Theater und Museen sind von Verpflichtung ausgenommen, das christliche Symbol zu platzieren.

Die verfassungsrechtliche Zulässigkeit dieser Regelung ist umstritten und stößt nicht nur in der Opposition auf Kritik, selbst hochrangige Vertreter der Kirchen hatten mit Blick auf die Landtagswahl im Herbst vor einer Instrumentalisierung des Kreuzes für politische Zwecke gewarnt. Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, kritisierte, der Vorstoß Söders sorge für „Spaltung und Unruhe“ in der Gesellschaft.

Parallel zum Inkrafttreten des Erlasses trifft Söder heute, am Freitag, im Vatikan mit Papst Franziskus und dessen Vorgänger Benedikt XVI zusammen. Um 10:30 Uhr ist er im Apostolischen Palast zu einer Privataudienz bei Franziskus eingeladen, anschließend will er sich im Kloster „Mater Ecclesiae“ (Mutter der Kirche) mit dem am 28. Februar 2013 emeritierten Pabst Benedikt XVI. treffen.

von

Günter Schwarz – 01.06.2018