Der Grenzhandel mit Genussmitteln ist seit Anfang der 2000er Jahre um fast die Hälfte geschrumpft. Die dänischen Bürger holen weniger Bier, Sprudel und Süßigkeiten von südlich der Grenze. Der dänische Steuerminister, Karsten Lauritzen (Venstre / Rechtsliberale Partei), freut sich über diese Entwicklung.

Bier, Sprudel und Süßigkeiten in den dänischen Haushalten stammen immer weniger aus den Regalen des Grenzhandels. Neue Zahlen einer Analyse des Steueraufkommens zeigen, dass der Grenzhandel seit Anfang der 2000er um die Hälfte zurückgegangen ist. Und das sind gute Neuigkeiten, meint der dänische Steuerminister.

„Es ist positiv, dass der traditionelle Grenzhandel mit Bier und Sprudel fällt. Das bedeutet, dass in den dänischen Geschäften der Umsatz steigt und in Dänemark zu mehr Arbeitsplätzen führt“, erklärt Lauritzen in einer Pressemitteilung. 2017 nahmen Genussmittel aus dem Grenzhandel insgesamt 0,3 Prozent des gesamten Privatverbrauches in Dänemark ein. Anfang der 2000er waren es noch 0,6 Prozent, so die Zahlen des Steuerministeriums. Allein zwischen 2016 und 2017 sank der Gesamtverkauf im Grenzhandel um eine halbe Milliarde Kronen (67,1 Millionen Euro.

Auch der Vize-Direktor des Verbandes der dänischen Kaufleute (De Samvirkende Købmænd), Claus Bøgelund Nielsen, freut sich über einen sinkenden Grenzhandel. „Es schadet der dänischen Wirtschaft, wenn Bürger ins Ausland fahren um einzukaufen. Deshalb ist es schön, wenn die offiziellen Zahlen zeigen, dass der Grenzhandel schrumpft“, so Nielsen zur Nachrichtenagentur Ritzau. Er hofft zugleich, dass die Regierung die Abgaben auf weitere Nahrungsmittel senkt.

Im vergangenen November einigten sich die dänische Regierung und eine breite Mehrheit im Parlament auf eine Reihe von Gewerbe- und Unternehmerinitiativen. Dabei wurden auch die Abgaben auf Waren, die gerne im Grenzhandel gekauft werden, gesenkt. Diese Abgabensenkungen werden in den kommenden Jahren dazu beitragen, dass der Grenzhandel weiter schrumpfen wird, prophezeit das Ministerium.

von

Günter Schwarz – 12.06.2018