(Schleswig) – Generationen haben etwa 700 Jahre am Schleswiger Dom gebaut. Der Turm wurde erst 1894 fertig und schon kurz danach traten erste Schäden auf, was an den verwendeten Baumaterialien lag. Der Turm wurde nach dem Zweiten Weltkrieg grundsaniert. Erst später stellte sich heraus, dass die Ziegel nicht frostsicher sind und auch der verwendete Mörtel für den Turmbau und das schleswig-holsteinische Wetter nicht geeignet war. Die Feuchtigkeit hat seitdem den Bau mürbe gemacht. Immer wieder wurde geflickt, erst im Jahr 2000 aufwendig das Dach abgedichtet. Aufhalten konnte das alles den Verfall nicht.

Der Turm des Schleswiger Doms ist 112 Meter hoch und schwer sanierungsbedürftig. Die Arbeiter stehen vor einer ganz besonderen Aufgabe: Während drei Seiten des Turm bereits bis zu einer Höhe von 40 Metern von außen eingerüstet stehen, kann auf der Ostseite der Kirche das Kirchenschiff nicht überbaut werden. Die Lösung der Ingenieure: Das Gerüst wird auf dieser Seite einfach von oben an den Turm gehängt. Damit das aber stabil wird, müssen mehrere jeweils etwa drei Tonnen schwere Stahlträger als Haken durch den Turm gezogen werden.

Die Feuchtigkeit wirkt sich auf den gesamten Dom sowohl innen als auch außen aus. Immer wieder bröckeln Steinteile ab. Um die Besucher zu schützen, steht bereits seit 2004 ein Gerüst im Innenraum. Die wertvollen Kunstgegenstände wie etwa der Brüggemann-Altar werden in Mitleidenschaft gezogen. Korrosion beeinträchtigt verbaute Metallteile.

Die Nordkirche rechnet mit 17,3 Millionen Euro Kosten. Der Bund hat bereits in Aussicht gestellt, die Hälfte der Kosten zu tragen.

von

Günter Schwarz – 12.06.2018