Die Dansk Vestindisk Kompagni (Dänische Westindien-Kompanie) erwirbt am 13. Juni 1733 von Frankreich die Insel Saint Croix in der Karibik. Die Gesellschaft erzielt von dort ihre Einnahmen mit Zuckerrohranbau und Sklavenhandel.

Die Dansk Vestindisk Kompagni, später Vestindisk-Guineisk kompagni (Westindien-Guinea-Kompanie), war eine dänische Handelskompanie. Geschaffen wurde sie für den Handel mit den dänischen Kolonien an der sogenannten Goldküste dem heutigen Ghana und in Dänisch-Westindien, den Karibikinseln Saint Thomas, Saint John und Saint Croix, heute die Amerikanischen Jungferninseln.

Am 28. März 1659 wurde in Hamburg die „Glückstädter Afrikanische Kompanie“ – eine Tarnorganisation – von Heinrich Carloff, den Amsterdamern Jan de Swaan und Isaac Coymans, Vincent Klingenberg sowie Jacob del Boe gegründet. Federführend war dabei Heinrich Carloff, der ein Jahr vor der Gründung dieser dänischen Kompanie an der afrikanischen Goldküste die Niederlassung der schwedischen Kompanie, für die er zuvor tätig war, im Handstreich genommen hatte und damit Gouverneur der nunmehr dänischen Besitzungen an der Goldküste geworden war.

Eigenständig bestand die „Glückstädter Afrikanische Kompanie“ nur bis zum 11. März 1671. Während dieser knapp zwölf Jahre unterhielt sie einen Stützpunkt an der Goldküste und spielte somit eine Rolle im internationalen Handel. Obwohl der Pastor Wilhelm Johann Müller, der für die Glückstädter Kompanie acht Jahre lang in Frederiksborg (heute Ghana) tätig war, 1673 ein umfangreiches Werk über „Die africanische Landschafft Fetu“ veröffentlicht hatte, ist in der Öffentlichkeit dieses Kapitel in der Geschichte Glückstadts kaum bekannt.

Am 20. Mai bestätigte der König Frederik III. in København den Vertrag und verlieh für 25 Jahre einen Octroi (Bewilligung oder Genehmigung mit bestimmten Rechten). Die Festung Frederiksborg, heute ein Teil von Cape Coast, wurde ihr Haupt- und vornehmster Handelsplatz. „Am 16. April waren die dänischen Besitzungen durch Verrat in die Hände der Holländischen Westindischen Kompanie gefallen und damit der Glückstädter Kompanie eigentlich schon bei ihrer Gründung ihre Unterlage entzogen.“ Die dänische Regierung versuchte, Frankreich und England gegen die Holländische Westindische Kompanie zu bewegen. Ende 1663 kam Robert Holmes zur Hilfe. Trotzdem konnte die Glückstädter Kompanie sich nicht halten und wurde 1671 in die Dansk Vestindisk Kompagni aufgenommen.

Diese wurde am 11.März 1671 als „Vestindisk Kompagni“ gegründet und am 30.August 1680 in „Det Vestindisk-Guineiske Kompagni“ (Westindisch-Guinesische Kompanie) umbenannt. Am 24. August 1754 verkündete die dänische Regierung, dass die Kompanie am 28. November 1754 in Rentekammeret Vestindisk-guineisk renteskriverkontor umgewandelt werden sollte. Ab 1760 war sie bekannt als Vestindisk-guineiske rente- og generaltoldkammer.

Das führte zu einer kurzzeitigen Gründung der Det Guineiske Kompagni durch einen königlichen Erlass vom 18. März 1765, um den Handel mit der dänischen Kolonie an der Goldküste aufrechtzuerhalten. Im November kamen zwar Fort Christiansborg und Fort Fredensborg für 20 Jahre in ihren Besitz, aber die Kompanie erhielt nie wieder das Handelsmonopol, das die frühere Westindische Kompanie besaß. Der Handel blieb für alle dänischen, norwegischen, schleswigschen und holsteinischen Gesellschaften offen.

In der Mitte der 1770er Jahre geriet die Kompanie in derart starke finanzielle Probleme, dass sie am 22. November 1776 aufgelöst wurde. Bereits im August/September 1775 hatte die dänische Regierung wieder die Kontrolle über die Forts übernommen.

von

Günter Schwarz – 13.06.2018