(Augsburg) – Im Schatten der Asyldebatte will sich die AfD bei ihrem Bundesparteitag für die Landtagswahl in Bayern positionieren. AfD-Gegner haben sich ebenfalls für eine Dauerdemo am Ort des Geschehens eingefunden.

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) hat bei einer Kundgebung gegen die AfD in Augsburg zum Widerstand „gegen Hass und Hetze“ aufgerufen. Zeitgleich zum Parteitag der Rechtspopulisten habe sich ein „buntes, vielfältiges, starkes Bündnis“ zusammengetan, „das heute hier Gesicht zeigt“, sagte Roth am Samstag vor tausenden Menschen auf dem Rathausplatz. „Wir stehen zusammen für Demokratie, für den Rechtsstaat, für Artikel 1 des Grundgesetzes: die Menschenwürde ist unantastbar.“

Der Demonstrationszug unter dem Motto „Zeig dich Aux“, der sich gegen den AfD-Parteitag richtet, hat sich vom Gelände der Augsburger Messe in Richtung Innenstadt in Bewegung gesetzt. Die Polizei schätzt, dass etwa 2.000 Demonstranten den Zug bilden, die Versammlungsleitung spricht sogar von 3.000.

Die Demonstranten waren einem Aufruf des Bündnisses für Menschenrechte gefolgt, das ein „klares Signal gegen Hass” setzen wollte. Einer der Organisatoren betonte in seiner Ansprache, er sei stolz darauf, dass auch so viele junge Menschen gekommen seien, sie seien „das Herz des demokratischen Augsburg”. Manfred Gahler vom Bayerischen Jugendring appellierte an die Menge, „gemeinsam Haltung” zu zeigen gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit.

In Sprechchören wurde gerufen „Augsburg hasst die AfD“, auf Schildern stand „Rassismus ist keine Alternative“ und „Nein zu Hetze gegen Muslime“. Zu den weiteren Rednern gehörte auch Juso-Chef Kevin Kühnert.

Er sei gekommen, weil es „an der Zeit ist, dass sich jeder in diesem Land bewegt und politisch engagiert“, sagte der Augsburger Harry Seibold angesichts des „europapolitischen Rechtsrucks“. Die Demonstrantin Margit Siebert ebenfalls aus Augsburg sagte: „Ich will Flagge zeigen, dass die AfD hier nicht erwünscht ist.“

von

Günter Schwarz – 01.07.2018