Man sollte meinen, dass man in einem Land, in welchem schon die Benennung von mit Schokolade überzogenem Schaumspritzgebäck einen vermeintlichen Rassisten entlarvt, oder Begriffe aus Kinderbüchern der Literaturnobelpreisträgerin Astrid Lindgren als rassistisch betitelt und ersatzlos gestrichen werden, frei von Diskriminierung sei. Umso befremdlicher wirkt es dann, wenn öffentlich rechtliche Sender wie ARD und ZDF sich an einer systematischen Diskreminierung beteiligen. Nicht möglich?

Wir haben in der vergangenen Woche eine Programmbeschwerde an das ZDF gerichtet, mit Rücksprache einer Polizeibeamtin, einem Verein der Diakonie zur Bekämpfung von Zwangsprostitution sowie der Femen-Aktivistin Inna Shevchenko.

Der Vorwurf:

Was würden wir von Fernsehkrimis halten, in denen der Mörder stets ein Schwarzafrikaner ist oder der Vergewaltiger ein Muslim mit Migrationshintergrund? Wir ahnen, dass die Welle der kollektiven Empörung umgehend zu einer umgestaltung verantwortlicher Programminhalte führen würde. Das liegt weitestgehend daran, dass „Flüchtlinge“, Migranten, Muslime, wie auch andere Minderheiten, eine schlagkräftige Lobby hinter sich haben. Wie sieht es mit Minderheiten aus, die jedem selbstgefälligen Klischee entsprechen, die jedoch keine öffentliche Lobby haben?

Ist es jemandem, außer uns, auch schon aufgefallen, dass in fast jedem deutssprachig produzierten Fernsehkrimi die „obligatorische Prostituierte“ einen osteuropäischen Akzent hat?

Die Rolle des Mörders oder Vergewaltigers nicht mit Schwarzafrikanern zu besetzen, verhindert, dass innerhalb der Zuschauer dieses Bild assoziiert wird: Nämlich, dass jeder Schwarze ein Mörder ist… Wie politisch korrekt also kann es sein, jede Frau mit einem osteuropäischen Akzent als potentielle Prostituierte hinzustellen?

Die Drehbuchautoren würden sich lediglich „Klischees“ bedienen, heißt es beim Zuschauertelefon des ZDF. Achso… NUR: Ab wann ist denn ein Klischee so „gesellschaftstauglich“, dass man sich einer offenen Diskriminierung noch nicht einmal mehr bewusst ist?

Das diese Form der Diskriminierung und Darstellung sehr wohl einen negativen Effekt haben, zeigen die jüngsten Erfahrungen mit deutschen „Urlaubern“ anläßlich der Fußballweltmeisterschaft in Rußland. Schon 2012 zur Europameisterschaft ging Inna Shevchenko mit ihrer Aktivistengruppe „Femen“ in der Ukraine auf die Barrikaden und ermahnte Sex-/Fußball-Touristen, „Ukraine ist KEIN Bordell!“. Dass unzählige „alleinreisende Herren“ aus Westeuropäischen Ländern das vollkommen anders sehen, kann man an Orten wie Odessa, Kyiv, Minsk oder auch Moskau zu jeder Urlaubssaison beobachten.

Das Verhalten deutscher und österreichischer Männer unterscheidet sich dort kaum von dem der „übermütigen Migranten“ an gewissen Bahnhöfen zu Silvester. Auch zur Fußballweltmeisterschaft kam es zu beschämenden Szenen, die von russischer Boulevardpresse und Fernsehen aufgegriffen wurde. Anders als hierzulande, wurden in russischen Medien vorwiegend die Frauen, also die Opfer solcher Übergriffe gerügt.

Sextourismus und auch Prostitution ist ein Krebs unserer Gesellschaft! Um dieses Thema zu sensibilisieren, sind sicherlich keine Klischee-behafteten Drehbuchschreiber fähig. Es ist traurig, dass diese Form der Diskriminierung einen derart großen Freiraum genießt!

Wer Spenden möchte oder sich weiter über das Ausmaß dieses Mißstandes in einem der führenden Industrienationen informieren möchte, sei eingeladen, sich die Webseiten von mission-freedom.de genauer anzuschauen. Dieser Verein zeigt Flagge GEGEN Zwangsprostitution.

Michael Schwarz, 22. Juli 2018