Die am 14. März 1921 in København geborene Dressurreiterin Lis Hartel gewinnt bei den Olympischen Spielen in Helsinki am 29. Juli 1952 die Silbermedaille in der Dressur.

Sie erkrankte 1943 an Polio und konnte nach dem Überstehen der Krankheit die Muskeln in den Unterschenkel nicht mehr bewegen. Trotzdem wurde sie eine erfolgreiche Dressurreiterin. Sie benötigte vor und nach jedem Ritt fremde Hilfe, da sie aus eigener Kraft das Pferd weder besteigen noch von ihm absteigen konnte.

Umso erstaunlicher sind ihre großen Erfolge im Dressurreiten. Lis Hartel gewann sieben dänische Meisterschaften in Dressur: 1943, 1944, 1952, 1953, 1954, 1956 und 1959, zuletzt auf dem neuen Pferd Limeligh.

Bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki, der erste Dressurwettbewerb bei den Spielen, in dem Männer und Frauen zusammen in einem Wettbewerb antraten, und 1956 in Stockholm auf Jubilee gewann sie jeweils die Silbermedaille in der Dressur, beide Male hinter dem Schweden Henri Saint Cyr. Der schwedische Offizier war es auch, der sie bei der Siegerehrung bei den Olympischen Spielen 1952 auf das Siegerpodest hob. 1954 wurde sie in Aachen inoffizielle Weltmeisterin in der Dressur – der erste offizielle Weltcup fand 1966 statt.

1992 wurde Lis Hartel in die Hall of Fame des dänischen Sports aufgenommen.

Lis Hartel starb am 12. Februar 2009 in ihrer Geburtsstadt im Alter von 87 Jahren. Sie wurde auf dem Grønholt Kirkegård der Fredensborg Kommune neben ihrem 1997 verstorbenen Ehemann Poul Finn Hartel bestattet.

von

Günter Schwarz – 29.07.2018