(Aaarhus) – Die muslimische Privatschule Lykkeskolen am Gelleruparken in Aaarhus wird in diesen Tagen Konkurs anmelden und schließen. Die Schule selbst meldet es in einer Pressemitteilung.

Die Schulschließung ist die Folge, weil der Vorstand der Behörde für Bildung und Qualität aus dem Bildungsministerium den Zuschuss für die Schule gestrichen hat – und deshalb sieht sich die Schule gezwungen, in den nächsten Tagen ihre Zahlungsunfähigkeit erklären zu müssen. Außerdem soll die Schule 9,8 Millionen Kronen (1,3 Millionen Euro) an den Staat zurückzahlen. Es ist der gesamte staatliche Zuschuss, den die Schule seit dem 28. April 2017 erhalten hat.

Die Lykkeskolen befindet sich in Toveshøj in Aarhus Vest und unterrichtet 154 Schüler.

Die finanziellen Zuwendungen für die Schule wurden im Juni eingestellt, und ab dem 1. August zahlt die Schule den Lehrern die Gehälter nicht mehr aus. Deshalb wird der Lehrerverband den Konkurs der Schule beantragen, sagt Hans Jørgen Vad, der Lehrerverbandsvertreter an der Schule ist. Er ist seit fast 22 Jahren Lehrer bei der Lykkeskolen. „Die Schüler und Eltern sind sehr wütend und unvorbereitet auf die Schulschließung. Wir haben nie schlechte Aussagen oder Rückmeldungen von den von der Gemeinde Aarhus ernannten Aufsichtsbehörden erhalten“, sagt er.

„Und die 9,8 Millionen werden nicht zurückgezahlt. Das wird niemals passieren. Die Kasse ist leer, und das weiß das Bildungsministerium auch“, sagt Hans Jørgen Vad. Er nennt den Betrag eine überzogene Strafe, die er für völlig unverhältnismäßig hält, da der wirkliche Grund die verstärkte Aufsicht der Schule durch das Bildungsministerium ist. Die Lykkeskolen wurde von der Behörde für Bildung und Qualität, die dem Bildungsministerium untersteht, beaufsichtigt.

Anfang August entschied der Vorstand, dass die Aarhusische Schule keine staatlichen Beihilfen erhalten sollte. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Schule nicht mehr den Bestimmungen der Regeln für Freischulen entspricht.

Die Behörde für Bildung und Qualität hat die Lykkeskolens unter der Aufsicht gehabt. Die Behörden haben eine Reihe von Dingen gefunden, die nicht den Regeln entsprechen. In den praktisch-musikalischen Fächern fehlen Lehrer, Räumlichkeiten und Unterrichtsstunden, Geschlechtertrennung wird vorgenommen und Sexualunterricht findet wenn überhaupt nur eingeschränkt in den ältesten Klassen statt.

Darüber hinaus wurden im Lager der Schule Biobücher gefunden, in denen viele Kapitel zerstört wurden und beispielsweise auf Bildern von menschlichen Körpern Unterwäsche gemalt wurde. Das Bildungsministerium hat auch Anhaltspunkte dafür, dass zwei Lehrer die Schule, Funktionen in einem Scharia-Rat hatten. Deshalb unterstützte ebenso der Kinder- und Jugendrat der Stadt Aarhus, Thomas Medom (Socialistisk Folkeparti), die Schließung der Schule,

Die Schule weist alle Vorwürfe zurück und wehrte sich dagegen, die staatlichen Beihilfen zu verlieren. Daher beschwerte sich die Schule auch beim Bürgerbeauftragten. „Wir finden es irrelevant, ob Jungen und Mädchen im Unterricht wie in allen anderen dänischen Schulen zusammen unterrichtet werden. Es ist auch nicht relevant, dass sie Biologiebücher übermalt haben, wenn die Schüler sie als anstößig empfinden und die im Lager gefunden wurden. Oder wenn die Sporteinrichtungen der Schule einige unklare Kriterien aufweisen, selbst wenn die Schüler bei den Abschlusstests im Sport über dem liegen, was man normalerweise erwartet“, sagt die Schule in ihrer Pressemitteilung.

Die Schüler werden nun auf andere Schulen in Aarhus verteilt und die Lehrer sind arbeitslos.

von

Günter Schwarz – 01.08.2018