(Nørre Alslev) – Der Mörder an der schwedischen Journalistin Kim Wall, deren Todestag sich am heutigen Freitag oder morgigen Samstag jährt, Peter Madsen, wurde von einem Mitgefangenen im Storstrøm-Gefängnis in Nørre Alslev auf Falster angegriffen, berichtete Madsens Verteidigerin in einer SMS der Nachrichtenagentur Ritzau.

„Ich kann bestätigen, dass mein Klient am Mittwoch angegriffen wurde. Er ist in Ordnung, aber der Vorfall wird von der Polizei untersucht“, schrieb die Anwältin Betina Hald Engmark in ihrer Nachricht. in der sie von einem Schlag ins Gesicht sprach.

Bei der Sydsjællands og Lolland-Falsters Politi (Südseeland und Lolland-Falster Polizei) wollte man noch nicht bestätigen, dass es sich um den 47-jährigen U-Boot-Konstrukteur handelt. Der Polizeiinspektor Kim Kliver wies jedoch darauf hin, dass ein Angriff stattgefunden hat und dass dieser am Mittwochabend in Verbindung mit einem anderen Mithäftling geschah. „Es gab eine Vorgeschichte, in der zwei Insassen aneinander gerieten. Einer hat dem anderen einen Schlag ins Gesicht versetzt, und der 47-Jährige wurde demzufolge kurzzeitig ins Krankenhaus gebracht“, sagte Kim Kliver zu der Boulevardzeitung „B.T.“.

Er sagt gegenüber DR Avisen, dass die Schlag keinen solchen Charakter hat, dass er eine REchtsgrundlage dafür gäbe, den 18-jährigen Angreifer vor ein Gericht zu bringen. Dem 18-Jährigen wird nur Gewalt der einfachen Natur vorgeworfen. Die Polizei hat eine Vorstellung darüber, was die Ursache für den Angriff war, aber Kim Kliver diese nicht mit der Öffentlichkeit teilen.

Heute, am Freitag, genau vor einem Jahr fuhren Madsen und die schwedische Journalistin Kim Wall hinaus auf den Øresund in Richtung Køgebucht mit dem von ihm selbst gebauten U-Boot „UC3 Nautilus“. Auf der Fahrt misshandelte, tötete und zerteilte er im U-Bootsinneren die junge Frau, wofür er vom Byrettet København (Stadtgericht Kopenhagen) im April 2018 schuldig gesprochen wurde. Der Urteil lautete Gefängnis auf Lebenszeit, die er im Storstrøm-Gefängnis auf Falster ca. 70 km südlich von København absitzt.

Obwohl Madsen für die vom ihm bis zuletzt abgestrittenen Tat schuldig gesprochen wurde, entschied er schließlich, die Entscheidung des Stadtgerichts zu akzeptieren. Er hat sich jedoch dafür entschieden, das Urteil vom Østre Landsret (Landgericht Ost) in der Hoffnung überprüfen zu lassen, das Strafmaß reduzieren zu können.

Der Berufungsfall, für den drei Verhandlungstage angesetzt sind, wird vor dem Østre Landsret im September verhandelt. Das Urteil wird am 14. September erwartet.

von

Günter Schwarz – 10.08.2018