Schleswigs Herzog Abel lässt seinen zu einem Versöhnungsgespräch geladenen Bruder, den dänischen Kong Erik IV., aufgrund von Meinungsverschiedenheiten am 10. August 1250 ermorden. Er wird im November selbst dänischer König, nachdem 24 Ritter seine Unschuld am Tod des Bruders beschwören.

Der um 1218 geborene Herzog Abel war von 1232 bis 1250 Herzog von Schleswig (1232–1250) und König von Dänemark von 1250 bis 1252.

Herzog Abel − Sohn von Kong Valdemar II. von Dänemark und seiner zweiten Frau Berengaria von Portugal − kämpfte gegen seinen älteren Bruder Erik IV. von Dänemark, der nach dem Tod des Vaters am 28. März 1241 König wurde, um den dänischen Thron.

In diesem Bruderkrieg zerstörten Truppen des Königs 1248 mehrere schleswigsche Handelsplätze, darunter auch die Stadt Flensburg. Langwierige Kriege zgen sich über viele Jahre, wobei Abel, Herzog in Schleswig, Unterstützung von seinen holsteinischen Schwägern erhielt.

1250 bat Abel Kong Erik IV., vorgeblich zu Versöhnungsgesprächen, in seine Residenzstadt Schleswig, um einen Vergleich auszuhandeln, da Erik IV. große Teile des sydjysk (südjütischen) Herzogtums erobert hatte. Im Fährort Missunde ließ er den König, angeblich auf einem Boot, seinen älteren Bruder ermorden, indem ihm der Kopf abgeschlagen wurde und sein Leichnam in der Schlei versenkt.

Der später wieder aufgetauchte Leichnam wurde zunächst in Schleswig beigesetzt. 1258 wurden seine sterblichen Überreste in die St.-Bendts-Kirke in Ringsted auf Sjælland (Seeland) überführt, wo er noch heute bestattet liegt. Über seinem Grab sind Fresken mit Szenen aus seinem Leben und von seinem Tod zu sehen.

Um dieses blutige Ereignis ranken sich zahlreiche Legenden. Abel bestieg am 01. November 1250 selbst den dänischen Königsthron, nachdem er 24 Ritter gefunden hatte, die auf dem Thing in Viborg seine Unschuld beschworen.

Abel selbst kam am 29. Juni 1252 in der Schlacht von Oldenswort gegen die Friesen, von denen er höhere Abgaben verlangte, ums Leben. Nach einer Legende hatte er in der Domkirche von Schleswig ausgespukt, weshalb man ihn nach seiner Beisetzung exhumierte und bei Gottorp in ein Sumpfloch warf. Berichtet wird, man hatte zur Sicherheit ihm zuvor noch einen Pfahl durch die Brust getrieben.

Als König folgte ihm sein Bruder Christoph I. nach, während sein Sohn Valdemar Herzog von Schleswig wurde. Abels Nachkommen regierten das Herzogtum Schleswig bis zum Aussterben des Mannesstammes 1375.
Der Grabstein Herzog Abels befindet sich im Wald in der Nähe des Barockgartens von Schloss Gottorp.

von

Günter Schwarz – 10.08.2018