(Aarhus) – Das Rathaus in Aarhus, wo Verhandlungen geführt werden, muss insgesamt 200 Mio. Kronen (26,8 Mio. Euro) einsparen. Eltern versuchten, die Politiker am Donnerstagnachmittag dazu zu bringen, die vorgesehenen Millioneneinsparungen bei Kindern und Jugendlichen in der Kommune Aarhus aufzugeben.

Die Eltern demonstrierten am Donnerstag vor dem Rathaus, während die Kommunalpolitiker eine wichtige Stadtratsitzung hinter den Fenstern des Gebäudes abhielten. Die Gemeinde hat mit Geld aus einer nicht angekündigten und nicht genehmigten Entschädigungsreform gerechnet und diese in den Haushalt aufgenommen. Dieses führte dazu, dass plötzlich rund 200 Millionen Kronen im Gemeindehaushalt fehlten und das fehlende Geld in mehreren Bereichen eingespart werden muss.

Jetzt ist unter anderem eine Ersparnis im Schulbereich geplant, und die Eltern sind sauer. Das berichtet die Initiatorin der Demonstration vom Donnerstag, Katrine Bonde Thygesen. „Unsere Hoffnung ist, dass die Politiker uns sehen können. Wir müssen sichtbar sein, und wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass wir mit den Einsparungen in diesem Bereich wirklich nicht einverstanden sind“, sagt sie.

Die Politiker haben schon versucht, den Ärger der Eltern zu dämpfen, indem sie einen höchst umstrittenen Einsparungsvorschlag für große Schulbezirke fallen ließen. Der Plan würde die Gemeinde jährlich 30 Millionen Kronen (4 Mio. Euro) eingespart haben. Aber der Vorschlag stieß auf so viel Widerstand, dass die Politiker nach einer Krisensitzung die Sachbearbeiter zurück an das Reißbrett schickten, um eine alternative Lösung zu finden – diesmal mit Einsparungen von 15 Mio. Kronen (2 Mio. Euro).

Im neuen Vorschlag sind für Einsparungen bei den Schulen fast 5 Millionen Kronen (670 Tsd. Euro) in den beiden Jahren 2021 und 2022 vorgesehen, die von der Kommune auf 46 Schulen verteilt werden. Außerdem will man im Immobilienbereich effizienter arbeiten und dadurch jährlich 2 Millionen Kronen (268 Tsd. Euro) in der zentralen Verwaltung einsparen.

Obwohl die Einsparungen halbiert sind, ist es immer noch nicht gut, klagt Katrine Bonde Thygesen „Es wird an unseren Schulen noch immer zu erheblichen Verschlechterungen führen. Ich weiß nicht, warum sie zusammensitzen und die Kosten nachrechnen. Ich glaube nicht an einem Erfolg. Ich bin nicht zuversichtlich“, sagt sie.

Die Politiker behaupten: „Mehr Einsparungen können wir nicht vermeiden.“

Das Stadtratsmitglied Gert Bjerregaard von Venstre (Rechtsliberale Partei) sagte, dass ihn die Demonstrationen beeindruckt, aber obwohl seine Partei es gerne sähe, dass die Kinder und Jugendlichen von den Kürzungen der Kommune nicht betroffen würden, so lässt es sich nicht vermeiden. „Wie es auch ausgeht, wir kommen ncht herum, Einsparungen vornehmen zu müssen“, sagt er.

Die gleiche Botschaft kommt unter anderem auch von dem sozialdemokratischen politischen Sprecher, Anders Winnerskjold. „Wir nehmen es sehr ernst. Wir versuchen, finanziell verantwortlich zu handeln – die Haushalte werden auch in Zukunft passen. Unser absoluter Ehrgeiz bei diesen Verhandlungen ist es, dass wir versuchen werden, die Kernaufgaben der Wohlfahrt so weit wie möglich zu erhalten“, sagt er.

Im Kinder- und Jugendbereich der Kommune Aarhus werden letzten Informationen zufolge insgesamt 93 Mio. Kronen (12.5 Mio. Euro) eingespart.

von

Günter Schwarz – 14.09.2018