(Horsens) – Die dänische Hafenstadt an der Ostküste Jyllands (Jütlands) mit rund 58.500 Einwohnern zielt darauf ab, dass das Wohngebiet Sundparken von der Ghettoliste gestrichen wird. Eine Arbeitsgruppe unter der Bezeichnung „Task Force Sundparken“ bestehend aus dem Bürgermeister Peter Sørensen (Socialdemokraterne), einigen Stadträten, der Polizei und der Wohnungsbaugesellschaft arbeitet seit Januar Pläne aus, wie es realisiert werden kann.

Am heutigen Freitagmorgen luden sie zu einer Pressekonferenz ein, auf der die Ideen für den Ghettolist Sundpark vorgestellt wurden. Einer der radikaleren Vorschläge besteht darin, einen großen Teil der Wohnungen in diesem Gebiet niederzureißen. Der Vorschlag lautet, dass rund 60 Prozent der 577 Wohnungen einfach weggemacht – also abgerissen oder verkauft werden. Insgesamt wären davon 333 Wohnungen betroffen, die dann weg sind. Einige Wohnungen könnten umgebaut und für andere Zwecke genutzt werden.


„Es tut weh, Wohnungen abreißen zu müssen“, sagt Horsens Bürgermeister Peter Sørensen (S).
„Es tut weh, Häuser abzureißen, aber umgekehrt konnten wir als Gesellschaft die Probleme mit Bürgern in sozial benachteiligten Wohngebieten nicht lösen. Zu viele unter diesen Bewohnern sind zu wenig zugänglich sowohl für Bildung als auch für Arbeit, und damit sind sie ein größeres Risiko für ein Leben in Kriminalität als jeder andere“, sagt Bürgermeister Peter Sørensen.

Auch die Kindertageseinrichtungen in dem Wohngebiet können sich auf neue Zeiten freuen. Sie müssen nur 30 Prozent Kinder aus gefährdeten Vierteln aufnehmen und betreuen.

Jetzt müssen die Ideen der Task Force-Gruppe in Horsens Stadtrat diskutiert werden, bevor die endgültigen Pläne für den Sundparken verabschiedet werden. Die Regierung wünscht, dass die Siedlungen in Dänemarks „Ghettogebieten“ bis 2030 „abgewickelt“ werden.

Die Initiative eines Abisses wird Widerstand in dem Wohngebiet herausfordern. Möglicherweise muss auch Krista Jürgensens Wohnung abgerissen werden. Sie lebt im Sundersparken in Horsens schon seit langer Zeit und sie ist nach Umzügen immer wieder dorthin zurückgekehrt. Das erste Mal, als sie dort wohnte, war sie noch jung in ihrer Kindheit und Jugend. Heute lebt sie seit 15 Jahren ununterbrochen dort.


Krista Jürgensen lebt im Sundparken in Horsens seit 15 Jahren.
„Ich bin glücklich, hier zu leben, und wir passen hier zusammen. Es gibt nach meinem Wissen 26 Nationalitäten da draußen, aber das ist kein Problem“, sagt sie. Aber es ist ausgerechnet unter anderem die Anzahl der Nationalitäten, die den Sundparken auf die Ghettoliste gebracht hat. Das sollte nach Krista Jürgensens Meinung jedoch noch lange kein Grund sein.

von

Günter Schwarz – 14.09.2018