Alaa Burghle arbeitet als Apotheker bei Sønderbro Apotheken in Amager. Sie war fünf Jahre alt, als sie mit ihren syrischen Eltern nach Dänemark kam. Im August beginnt sie mit ihrer Ausbildung zur Apothekenhelferin in Hillerød.
Die dänischen Socialdemokraterne wolle n Einwanderer für 37 Stunden der in der Woche aktiv auf dem Arbeitsmarkt wie in sozialen oder öffentlichen Diensten beschäftigen. Sollte sich jemand dagegen wehren und dem nicht nachkommen, wird diese Person kein Geld bekommen.

Der Sprecher für Einwanderung- und Integration der Sozialdemokratischen Partei, Mattias Tesfaye, besuchte kürzlich den Flüchtlingsdienst in der kleinen norwegischen Gemeinde Rælingen bei Lillestrøm einige Kilometer östlich von Oslo. Es war kein Treffen wie viele, an dem man als Politiker teilnimmt, sondern es war nach Mattias Tesfayes Worten ein Treffen mit einem radikal anderen Integrationssystem als wir es in Dänemark haben. Das schreibt das „Kristeligt Dagblad“.

„Es geht in erster Linie darum, für die Menschen für das Richtige zu tun und sie zu belohnen, anstatt sie dafür zu bestrafen, es falsch zu machen“, sagt Mattias Tesfaye über den Vorschlag der Auflage einer 37-Stunden-Woche von Aktivitäten für Einwanderer, um Eingliederungshilfe und Sozialhilfe zu beziehen, Die Socialdemokraterne, inspiriert von Norwegen, schlagen es jetzt vor und gehen mit diesem Vorschlag auch in die nächsten Wahlen.

Die Einwanderer verpflichten sich, 37 Stunden pro Woche einen Beitrag für die dänische Gesellschaft zu leisten – sei es im sozialen Bereich, in der Geschäftswelt, in der Ausbildung, bei der aktiven Arbeitssuche oder in einer Kombination aus diesen. Die Konsequenzen sind dann klar, wenn sie sich nicht so verhalten. „Es geht darum, das bisherige System auf den Kopf zu stellen. Sie müssen arbeiten oder in der Ausbildung sein, und wenn Sie keinen Job finden oder selbst keine Ausbildung machen, müssen wir ihnen eine 37-stündige Beschäftigung vermitteln, bei der sie zusammenkommen. Wenn sie nicht daran teilnehmen, bekommen sie keine Leistungen“, sagt Mattias Tesfaye.

Das Modell gilt für alle Zuwanderer, die auf Integrationshilfe oder Sozialhilfe angewiesen sind und die schlecht Dänisch sprechen. Vom dänischen Arbeitgeberverband wird der Vorschlag begrüßt. Der Chefberater für Integration des dänischen Arbeitgeberverbandes, Rasmus Brygger, bezeichnert das Modell als „ambitioniert“ und „wirklich wichtig“. „Als ich es gelesen habe, kam damit für mich zum Ausdruck, dass wir bei Einwanderern und deren Bezug von Sozialhilfe mehr Ehrgeiz brauchen. Wir kommen nicht voran, weil wir das Problem mit Einwanderern und deren Berechtigung auf Sozialhilfe nicht lösen. Sie werden seit Jahren vom System passiv gehalten und zu nichts motiviert“, sagt Rasmus Brygger.

Er verweist auf Studien von Danmarks Statistik, der Behörde für den Arbeitsmarkt und Rekrutierung der Dansk Arbejdsgiverforening (Arbeitgeberverband), die zeigen, dass 34 Prozent der Geldleistungsempfänger einen nicht-westlichen Hintergrund haben. 8.000 nicht-westliche Einwanderer haben in den letzten 15 Jahren mindestens 10 Jahre lang Bargeldhilfe erhalten, und nur 20 Prozent der nicht-westlichen Begünstigten werden von ihrer Wohnorts-Kommune als arbeitslos gemeldet.

Gleichzeitig zeigten die Zahlen des Ministeriums für Einwanderung und Integration im vergangenen Jahr, dass an einem durchschnittlichen Tag rund ein Drittel der Flüchtlinge der dänischen Bildung und dem Arbeitsmarkt fehlten.

„Es ist klar, dass die Sanktionen verschärft werden müssen“, sagt Rasmus Brygger.

von

Günter Schwarz – 18.09.2018