(København) – Der Richter, der am vergangenen Freitag während des letzten Verhandkungstages im Berufungsverfahren um das Strafmaß des U-Boot-Mörders Peter Madsen zusammengebrochen und in ein Krankenhaus eingeliefert worden war, wird voraussichtlich in der Lage sein, den Berufungsfall abzuschließen.

Damit ist geplant, den U-Boot-Fall am Østre Landsret (Landgericht Ost) in København mit dem Verfahren und dem erwarteten Urteil am 26. September 2018 fortzusetzen. Das kündigte des Østre Landsret heute in einer Pressemitteilung an.

Die Berufungsverhandlung über das Strafmaß wegen der Ermordung der schwedischen Journalistin Kim Wall wurde am Freitagmorgen mitten während des Plädoyers Staatsanwaltes Kristian Kirk unterbrochen. Etwa 25 Minuten nach Beginn der Verhandlung rutschte eineer der Richter von seinem Stuhl und glitt auf den Boden, wo Kim Walls Vater und ein anwesender Journalist ihm erste Hilfe leisteten bis der Rettungsdienst kam. Alle im Gerichtssaal anwesenden Personen mussten diesen verlassen, und kurz darauf verkündete das Gericht, dass der Richter zwar bei Bewusstsein war, aber er war ins Krankenhaus gebracht worden.

Es war klar, dass die Vderhandlung nicht sofort wieder aufgenommen und fortgesetzt werden konnte und gleichzeitig bedeutete der Verhandlungsabbruch für den Täter, dass die gesamte Berufungsverhandlung möglicherweise neu angesetzt und wieder von vorn verhandelt werden musste.

Der betroffene Richter hat dem Gericht mitgeteilt, dass er die Gründe für die Wiederaufnahme des Falles kennt, erklärt das Østre Landsret.

Von den drei ursprünglichen Laienrichtern (Schöffen) und drei Berufsrichter fehlte bereits ein Laienrichter, und da der Prozess nach dem Verfahrensgesetz mit nur zwei Schöffen und zwei Berufsrichtern nicht fortgesetzt werden kann, stand der ganzes Prozess auf dem Spiel.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft und Peter Madsens Verteidigerin Betina Hald Engmark will man versuchen, den U-Boot-Fall vorzuziehen, damit dieser so bald wie möglich abgeschlossen werden kann. Auch wenn das bedeutet, dass andere Fälle im Terminkalender des Gerichts etwas verschoben werden müssen.

Am 25. April 2018 wurde Peter Madsen von Københavns Byrettet (Stadtgericht Kopenhagen) wegen Misshandlung und Tötung der schwedischen Journalisten Kim Wall zu einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe verurteilt.

Peter Madsen entschied, die Entscheidung des Gerichts über die schwere der Schuld in Frage zu stellen und legte Berufung gegen das Urteil des Byrettets ein, die auch die Haftbedingungen betreffen. Es handelt sich bei der Verhandlung am Østre Landsret also nicht nur um die Länge der BestrafungInhaftierung.

Für den Fall waren ursprünglich drei Tage angesetzt und es wurde erwartet, dass das Urteil am Freitag, dem 14. September gesprochen würde, was durch den Zusammenbruchs des Richters verhindert wurde.

von

Günter Schwarz – 18.09.2018