(København) – Die dänischen Regionen werden eine Notrufnummer einrichten, die für Dänen im ganzen Land leicht zu merken ist. Jede Sekunde und Minute kann entscheidend sein, wenn jemand von einer akuten Erkrankung oder Verletzung betroffen ist – wenn diese nicht unbedingt lebensbedrohlich ist.

Daher haben sich die Regionen in Dänemark jetzt zusammengeschlossen, um eine gemeinsame Notrufnummer zu schaffen, die die Dänen im Falle eines Unfalls oder einer akuten Erkrankung anrufen können: Es ist die113! „Die Idee ist es, sich leicht merken zu können, welche Ziffern am Telefon gedrückt werden sollen“, sagt die stellvertretende Vorsitzende der dänischen Regionen Ulla Astman (Socialdemokraterne).

„Es ist sicherer und einfacher, wenn die Bürger nur eine Nummer haben, die sie behalten müssen, wenn sie krank sind oder sich beispielsweise bei einem Unfall verletzt haben. Heute muss man zum Beispiel die Nummer des Chirurgen oder des Internisten in der Region wählen, in der man sich befindet. Jetzt geht es darum, über eine einzige Nummer in jedem Fall ärztliche Hilfe zu bekommen“, sagt sie.

Wenn die Dänen zukünftig die Rufnummer 113 anrufen, können sie sicher sein, mit einem Gesundheitsassistenten am anderen Ende der Leitung verbunden zu sein, der sie zur entsprechenden und zuständigen fachärztlichen Abteilung weiterleitet.

Trotz der Tatsache, dass die Regionen nun die leicht erkennbare Nummer einführen, ist es wichtig, dass diese Notrufnummer nicht mit der bekannten Notrufnummer 112 verwechselt wird. „Die 113 muss angerufen werden, wenn man krank oder verletzt ist und es nicht lebensbedrohlich ist. Wenn es sich um lebensbedrohliche Erkrankung oder Verletzung handelt, muss weiter die 112 angerufen werden“, sagt Ulla Astman.

In der Hauptstadtregion um København herum können die Bürger bereits seit 2014 die Nummer 1813 anrufen, wenn sie außerhalb der Öffnungszeiten ihres Hausarztes Hilfe benötigen. Dieses führt jedoch immer wieder mit Problemen mit der Wartezeit, und es gab Fälle, in denen Symptome bei schwerkranken Patienten übersehen und nicht berücksichtigt wurden.

Laut Ulla Astman wird die Nummer 113 diese Probleme abstellen. Bei einem Anruf erkennt das System automatisch, wo sich der Anrufer im Land aufhält. Daher wird man automatisch auf die Notfalldienste in der Region umgestellt, aus der der Anruf eingeht. „Die Anruferkennung erfolgt automatisch unf benötigt kein Team z. B. in Form eines Call.Centers, das erfragen muss, wo man sich gerade befindet“, erklärt Astmann.

Die 113 ist 24 Stunden am Tag erreichbar, wobei jedoch geraten wird, während der Praxisöffnungszeiten weiterhein direkt zum Hausarzt zu gehen.

Die dänischen Regionen haben bereits ihre Zustimmung erteilt und die Nummer 113 angenommen. Es wird erwartet, dass sie in spätestens einem Jahr landesweit geschaltet ist.

von

Günter Schwarz – 20.09.2018