(Sønderborg ) – Ein Dreimastschoner kollidierte am Dienstag mit der Christian X.-Brücke in Sønderborg, indem die Strömung des Alssunds (Alsensunds) das Schiff gegen die Brücke drückte.

Ein deutscher Schoner sorgte am Dienstagmorgen für einige Aufregung und Chaos in Sønderborg, der eigentlich im Hafenbecken nur wenden wollte, um nach Flensburg zu fahren. Der Schiffsführer unterschätzte die Strömung im Alssund, nachdem er den Liegeplatz vorm Hafenbüro verlassen hatte. Im Alssund fließt die Strömung in beide Richtungen: ein Strom führt am Kai entlang und der andere strömt in Richtung der Meerenge. Das Phänomen wird „ide-Wasser“ genannt.

„Wenn man das Gewässer nicht kennt, rechnet man nicht damit, dass die Strömung in beide Richtungen fließt. Wenn ein Schiff, das groß und schwer ist, nicht die Maschinenkraft hat, kann so etewas passieren“, sagt der Hafenmeister Finn Hansen.

Der Schiffsführer der „Amphitrite“ aus Bremen nahm an, dass die Strömung im gesamten Sund gleich war und richtete daher den Steven so aus, so dass der in Richtung Süden verlaufende Strom ihm helfen würde, das Schiff zu wenden. Dabei wurde das Schiff jedoch auch von dem Strom erfasst, der nach Norden fließt, und dieser zog das Schiff zur Brücke.

Hafenmeister Finn Hansen hatte bisher nur einmal eine ähnliche Havarie erlebt. „Das Schulschiff „Georg Stage“ hat vor vielen Jahren die gleiche Nummer ,gebracht‘. Es war in den frühen 1990er Jahren“, sagt er.

Das Schiff liegt jetzt auf dem Pier vor dem Schloss, und sowohl Beamte der Schifffahrtsbehörde als auch die Polizei kamen an Bord. Die Polizei nahm unter anderem einen Alkoholtest an dem Schiffsführer durch, der jedoch negativ verlief.

von

Günter Schwarz – 26.09.2018