(København) – Der dänische Erfinder und U-Boot-Bauer Peter Madsen ist in seinem Berufungsverfahren gescheitert. Das Gericht des Østre Landsrettets in København bestätigte am gestrigen Mittwoch die lebenslange Haftstrafe für Madsen, zu der er am 25. April vom Byrettet (Stadtgericht) København verurteilt worden war. Die lebenslange Haftstrafe ist Dänemark zeitlich nicht begrenzt.

Madsen wurde wegen Mordes an der schwedischen Journalistin Kim Wall in einem U-Boot verurteilt. Der 47-Jährige hatte laut dem Gericht im August des vergangenen Sommers die schwedische Journalistin Kim Wall in einem selbstgebauten U-Boot erst gefoltert, dann getötet und schließlich die zerstückelte Leiche der 30-Jährigen über Bord geworfen.

Das Gericht geht von einem sexuellen Motiv aus. Während der Verhandlung waren grausige Details über den in Dänemark als exzentrischen Tüftler bekannten Madsen bekannt geworden. So zeigte die Staatsanwaltschaft Videos echter Hinrichtungen, die er auf einer Festplatte gespeichert hatte. Zeugen sagten aus, Madsen habe vom perfekten Verbrechen geträumt.

Vor Gericht hatte Madsen den Tod der Journalistin als Unfall dargestellt und sowohl den Mord als auch den sexuellen Missbrauch vehement bestritten. Der Tod der 30-jährigen Wall sei ein tragischer Unfall gewesen, sagte er. Am letzten Prozesstag betonte er, alles, was geschehen sei, tue ihm „sehr, sehr leid“.

Madsen wollte mit dem Berufungsverfahren eine zeitlich begrenzte Strafe erstreiten, und damit ist er jetzt gescheitert. Den Schuldspruch an sich akzeptierte er, obwohl er die Tat nie zugegeben hat. Seine Anwältin, Betina Hald Engmark, hatte im Berufungsverfahren eine Haftstrafe zwischen 14 und 16 Jahren gefordert.

Lebenslang ist die Höchststrafe im dänischen Rechtssystem. Diese werde zwar normalerweise nicht für einen einzelnen Mord verhängt, hatte der Staatsanwalt Jakob Buch-Jepsen in seinem Plädoyer zwar gesagt, aber er fügte noch hinzu: „Madsen sei auch kein normaler Mensch!“

Eine lebenslange Freiheitsstrafe bedeutet in Dänemark im Durchschnitt rund 15 Jahre Gefängnis. Nach 12 Jahren kann bei der Königin eine Begnadigung beantragt werden. Nur wenige Gefangene bleiben in Dänemark tatsächlich bis zum Ende ihres Lebens hinter Gittern.

von

Günter Schwarz – 27.09.2018