(Odense) – Der bekannte und in Dänemark, Norwegen und Schweden überaus beliebte Barde Kim Larsen, der auch oft als „dänischer Bob Dylan“ bezeichnet wurde, ist am gestrigen Sonntagmorgen nach einer Erkrankung an Prostatakrebs im Alter von 72 Jahren in Odense im Kreise seiner Familie, seiner Ehefrau Liselotte und den sechs Kindern, ruhig eingeschlafen.

Obwohl er sellbst den Begriff „Nationalbarde“ nicht sehr schätzte, wurde Larsen mit seinen mitreißenden und teils durchaus banalen Poptexten dennoch vielleicht zum größten dänischen Barden aller Zeiten. In einem Interview mit der Tageszeitung „Berlinske“ im Jahr 2003 sagte der Musiker zu dem Thema: „Man ist Spielmann. Das ist alles. Und wenn die Leute die Lieder mögen, die man macht, dann ist man ein Spielmann, der Glück hat.“

Es war ein Schock nicht nur für ihn, als Kim Larsen Anfang 2018 bekannt gab, dass er an Krebs erkrankt war.

„Ich entschuldige mich oft bei Publikum und Organisatoren. Ich bekomme einen alten Narren, und gegen meinen Willen musste ich feststellen, dass ich zusätzliche Zeit brauche, um wieder ins Spiel zu kommen. Aber ich entscheide mich auf jeden Fall für den Sommer“, sagte Kim Larsen, als er zu dieser Zeit seine Krankheit offenbarte.

So hat Kim Larsen in den vergangenen Monaten aus gesundheitlichen Gründen einige Konzerte absagen müssen. Allerdings hat er noch ein letztes Konzert im August beim Smukfest-Festival im norwegischen Skanderborg gegeben, bei dem er allerdings auf der Bühne sitzend auftrat.

Kim Larsens Impresario Jørn Jeppesen gab bekannt, dass seine Beisetzung in absoluter Stille und völlig privat stattfinden wird.

Von Kim Larsen weiß man, dass er Flensburg und das Flensburger Pilsener liebte. Ungefähr einmal jährlich reiste er privat zu einem Besuch in die Stadt, und er achtete auch bei der Wahl seines Hotels stets darauf, dass er möglichst anonym und unerkannt blieb.

Jedoch gab Larsens auch in Flensburg Konzerte, das weiß Gott nicht anonym blieb. Sein letztes Konzert in Flensburg fand 2011 im Deutschen Haus statt, dass völlig ausverkauft war. Anzumerken dabei wäre, dass er vertraglich festlegen ließ, während seines Auftritts stets einen Kasten Flensburger Pilsener hinten auf der Bühne haben zu wollen.

Auch familiär war Kim Larsen mit dem dänisch-deutschen Grenzland verbunden, denn er hatte verwandtschaftliche Beziehungen zu Rendsburg im Süden der Grenze und zu Skrydstrup bei Haderslev im Norden.

von

Günter Schwarz – 01.10.2018