Der am 19. Januar 1824 im nordjysk (norjütländischem) Ledum geborene Lars Bjørnbak eröffnet am 01. Oktober 1857 in Viby die höhere Landwirtschaftliche Schule.

Lars Nielsen Bjørnbak war ein dänischer Lehrer, Pazifist und Politiker und der Vater des Politikers Viggo Bjørnbak. Die politische Richtung, die als Bjørnbakske Venstre bekannt ist, wurde nach ihm benannt.

Lars Bjørnbak wurde 1824 in Lendum als Sohn eines Schullehrer Niels Thomsen Bjørnbak (1786-1862) und Catherine Marie Larsdatter (1796-1857) geboren. Bjørnbak wurde von 1841 bis 1843 an der Snedsted Hochschule von G. P. Brammer und L. C. Muller unterrichtet. Ab 1844 wurde er selbst Lehrer und ging an die Schule in Guldager bei Hjørring, vo der er 1855 nach Viby bei Aarhus versetzt wurde.

Bjørnbak war ein guter Lehrer und übte diesen Beruf mit Leib und Seele aus, und so gründete 1857 in Viby auch eine Landwirtschaftliche Volkshochschule und legte einen großen Wert auf die Vermittlung von positivem Wissen.

Schon früh wandte sich Bjørnbak dem politischen Leben und dem Interesse der Landbevölkerung, hervorgerufen die Flugblätter des „Bondemann“ (Bauern), zu. Er forderte die Bauern auf, Wissen zu erwerben, denn er trat dafür ein, dass nur Wissen eine Macht gegen Ignoranz und Sklaverei sei. Die Bauern sollten die Fähigkeit erwerben, ihr eigenes Handeln selbst zu kontrollieren und selbst zu entscheiden.

Im Jahr 1862 war Bjørnbak auch zusammen mit A.F. Tcherning und Geert Winther Mitbegründer des Vereins „jyske Folkeforening“ (jütländische Volksverein), der vor allem in den Wahlkreisen um Aarhus starke Unterstützung erfuhr und die politische Bildung der Landbevölkerung in weiten Teilen Ost- und Mitteljütland geprägt hat.

Bjørnbak zeichnete sich für besonders ausgeprägte demokratische Ansichten aus; Insbesondere war er ein starker Gegner aller Bürokratie und wollte das militärische System auf ein Minimum beschränken. Er legte Wert auf Wirtschaftsreformen, insbesondere zum Nutzen der Landwirtschaft, der Kirche und des Schulsystems. Er sah sich als Gegner sowohl der Freikirchlichen als auch der Liberalen Bewegung. Was die Schulbildung anbelangt, legte er mehr Wert auf den Erwerb von Wissen als auf das sture Auswendiglernen.

1866 gründete er die Zeitung „Aarhus Amtstidende“, und er war es auch, der das große Versammlungshaus in Aarhus erbauen ließ. Er versuchte, eine neue jysk und „anti-København“ Partei zu ertablieren, die ultra-demokratisch und unational sein sollte. Die Betonung sollte auf materiellen Wohlstand liegen und sich in ständiger Opposition gegen militärische Entwicklungen und anderen „Kriegswahnsinn“ richten. Im Jahr 1872 schloss sich Bjørnbak sogar der kommunistischen „Internationalen“ an.

Zu den Folketingswahlwahlen von 1865 und 1873 trat er vergeblich als Kandidat an, aber Bjørnbak wurde im März 1877 in den Stadtrat der Stadt Aarhus gewählt.

Bjørnbak war ein ungewöhnlich begabter Mann, der viel Energie, Beredsamkeit und organisatorische Fähigkeiten besaß.

Bjørnbak war seit 1845 mit Eline Marie Hedegaard (1821 – 1884), einer Metzgertochter aus Aalborg, verheiratet.

Lars Nielsen Bjørnbak verstarb am 02. Januar 1878 in Viby.

von

Günter Schwarz – 01.10.2018