(Holstebro) – Santa Lucia wurde gestern, am 13. Dezember, im ganzen Land sowie auch in Schweden und Finnland gefeiert. Erfahren Sie mehr über den jungen Märtyrer, dem die Erleuchtung kam und Hoffnung erlangte, indem er seinen Blick auf sich selbst gerichtet hatte
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In einer Zeit, in der das Christentum als Feind wahrgenommen wurde, schwor die Christin der heiligen Santa Lucia (die Erleuchtete) von Syrakrus , dass sie im Zölibat leben würde. Erfahren Sie mehr über die Frau, die ihren Blick auf sich selbst gerichtet hatte, um ihr Versprechen an Gott zu halten.

Der Pfarrer in Holstebro, Erik Ladegaard, ist fasziniert von der Geschichte der 284 n. Chr. im italienischen Syrakrus geborenen Santa Lucia, die in der Römisch-Katholischen Kirche und in den Othodoxen Kirchen als Heilige verehrt und in den eveangelischen Kirchen Skandinaviens und Deutschlands als Glaubenszeugin in Erinnerung gerufen wird.

„Es war eine Zeit, als Rom noch versuchte, das Christentum zu besiegen, und es wirkte sich auch auf Santa Lucia aus“, erklärt Erik Ladegaard. Santa Lucia war im Gegensatz zu vielen anderen Christen tiefgläubig. Sie zeigte ein hohes Maß an Wohltätigkeit gegenüber ihren Mitmenschen, den anderen Christen. Unter anderem schlich sie sich zu den Christen in Katakomben der Stadt Rom, die seinerzeit als eine Art unterirdische Friedhöfe und die auch als Versteck der Christen dienten.

„Sie trug das Nahrungsmittel und Getränke zu den Christen in die Dunkelheit hinab. Sie setzte sich dabei ein Licht in den Haaren, um die Hände frei zu haben und um das Essen tragen zu können“, sagt Erik Ladegaard. „Und von daher kommt die Tradition des Lichts, das während des Gangs in die Kirche in den Haaren getragen wird.“ Santa Lucia lebte also sehr gefährlich. Wenn sie entdeckt worden wäre, um den versteckten Christen Nahrung zu bringen, drohte ihr die Todesstrafe.

Später wurde die Mutter von Santa Lucia schwer krank und um der Mutter zu helfen, betete sie zu Gott und versprach, den Rest des Lebens in Zölibat zu leben, wenn Gott ihre Mutter von der Krankheit heilen würde.

„Auf wundersame Weise wurde Lucias Mutter von der Krankheit geheilt, und Lucias Glaube wurde dadurch noch gestärkt, und sie wollte daher alles tun, um ihrem Versprechen nachzukommen. Und dieses Versprechen endete mit dem Tod des erst 20-jährigen Santa Lucia im Jahr 304.

Die gütige Santa Lucia stammte aus einer wohlhabenden Familie, die mit einem nichtchristlichen Römer zum Ehemann verheiratet wurde. „Lucia leugnete einfach die Ehe, denn sie sei gegen ihre christlichen Werte und das Versprechen des Zölibats gerichtet, einen Heiden zu heiraten“, sagt Pfarrer Erik Ladegaard.

Deshalb wurde Santa Lucia von der Familie verstoßen und bestraft, indem man sie in ein Bordell schickte, wo sie Männern dienen sollte. „Um sich abstoßend zu machen, damit sie von den Männern nicht begehrt wurde, warf sie einen Blick auf sich selbst und handelte“, erklärt der Pfarrer.

Daraufhin wurde Santa Lucia unter anderem gewalttätig, was dazu führte, dass sie von Kaiser Diokletian verfolgt und gefangen genommen wurde. Ihm musste sie beweisen, dass sie dem Kaiser Untertan war, und sie sollte dem christlichen Glauben abschwören. Santa Lucia bestand jedoch auf ihrem christlichen Glauben und wurde deshalb zum Tode verurteilt. Am 13. Dezember 304 n. Chr. wurde von einem Scharfrichter hengerichtet.

Das Christentum wurde 312, nur neun Jahre nach dem Tod von Santa Lucia mit ihren Lichterkerzen im Dunkeln, im Römischen Reich erlaubt, Die Tradition der Santa Lucia hat sich im Laufe der Zeit massiv entwickelt. In Schweden gab es sie schon seit den 1700er Jahren, aber nach Dänemark kam sie erst in den dunklen Jahren der deutschen Besetzung der 1940er Jahren , wo sie 1944 mit einem Lucia Umzug in København begann.

Und in der Tat ist die Verbindung der Santa Lucia zur lutherischen Kirche, die keine Heiligen kennt, nicht sonderlich groß. „In der lutherischen Kirche haben wir keine Heiligen. Für uns ist es ein Lichterfest, womit Wohltätigkeit gefeiert wird, das Licht in die Dunkelheit bringt“, sagt Pfarrer Erik Ladegaard.

Aber Santa Lucia ist es wert, an sie zu erinnern, betont Erik Ladegaard: „Sie war eine Märtyrerin für den christlichen Glauben, und sie blieb standhaft selbst in der schwierigsten Zeit des Christentums. Und das sollten wir zu schätzen wissen.“
Die Tradition der Santa Lucia, die Licht ins Dunkel bringt, wird alljährlich am kürzesten Tag des Jahres, dem 13. Dezember, feierlich begangen.

von

Günter Schwarz – 14.12.2018