Wie aus Registrierungszahlen der Sundhedsstyrelsen (Gesundheitbehörde) zu ersehen ist, hat sich Zahl der Krätze, die medizinisch als Skabies, Scabies [von lateinisch „scabere” (kratzen)] oder Acarodermatitis bekannt ist, im vergangenen Jahr fast verdoppelt. Krätze ist ansteckend und lästig.

Im vergangenen Jahr gruben sich Krätzemilben fast doppelt so viele wie 2016 unter die Haut von Menschen. Das ergibt die registrierten Fälle der Gesundsheitsbehörde, die sie unter www.sundhedsdata.dk veröffentlicht hat.

Nach der Registrierung von rund 400 bis 500 ambulanten Fällen aufgrund von Krätzebefall im Zeitraum der letzten Jahre wurden im zuende gehendenen Jahr schon 968 Fälle registriert.

Krätze ist eine ansteckende Hautkrankheit, die durch Krätzmilben verursacht wird. Die Milben leben in der Haut, von wo aus sie sich Gänge in die Haut graben und einen fürchterlichen Juckreiz auslösen. Der Juckreiz wird sich irgendwann über den ganzen Körper ausbreiten.

Am Odense Universitetshospital (Odense Universitätskrsankenhaus) wurde festgestellt, dass die Anzahl der Fälle in Dänemark dramatisch zugenommen hat. Das berichtet die Stationsschwester in der Dermatologie, Sanne Thil Eriksen. „Bis letztes Jahr haben wir etwa 14 Fälle im Monat gehabt, und in diesem Jahr haben wir 81 innerhalb eines Monats hier“, sagt sie und fährt fort: „Wir sehen vielleicht mehr, als wir müssten, aber um der Patienten Willen nehmen wir sie auf, weil es wirklich wichtig ist.“

Dieselbe Nachricht kommt aus der Hautabteilung des Bispebjerg Hospitals in København. „Es kann durchaus ein Anzeichen für eine Epidemie sein“, sagt Dr. Carsten Sand von der dermatologischen Abteilung zu den vielen Fällen. Er befürchtet, dass es auf europäischer Ebene durchaus zu einem Problem werden könnte.

Anfang des Monats berichteten mehrere dänische Medien, darunter TV2 und das „Ekstra Bladet“, dass die Vejstrup Efterskole in Svendborg wegen Krätze geschlossen werden musste. 250 Schüler wurden wegen der Krätzemilben nach Hause geschickt, die zehn Schüler mit in die Schule geschleppt hatten.

Da sich Krätze auch durch Stoffe wie Bettwäsche ausbreitet, besteht eine Behandlung nicht nur aus der Therapie der von den Milben befallenen Personen, sondern auch deren Bettwäsche und Kleidungsstücke müssen bei 60 Grad gewaschen werden. Sollten einige Stoffe solch hohen Grade nicht vertragen, kann man diese auch in den Gefrierschrank legen, worin die Milben ohne Hautkontak nach zwei bis vier Tagen absterben.

von

Günter Schwarz – 19.12.2018