Das erste Treffen des 1952 gründeten Nordisk Råds (Nordischen Rates) wird am 13, Februar 1933 von Kong Frederik IX. in Christiansborg eröffnet.

Der Nordisk Råd ist ein Forum der nordischen Länder. Die Parlamente der Staaten wie der autonomen Gebiete entsenden Abgeordnete in den Rat, die dort die Interessen ihrer Nation wahrnehmen und jährlich neu gewählt werden. Gegründet wurde der Rat 1952 von Dänemark, Island, Norwegen und Schweden. Seitdem finden jährliche Treffen statt. Finnland trat dem Rat 1955 bei. Die Arbeit wird in fünf Fachausschüssen koordiniert.

1962 wurden die Rechtsgrundlagen im Vertrag über die Kooperation zwischen Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden, auch Vertrag von Helsinki genannt, niedergelegt.

Die Aufgaben des Nordisk Råds bestehen in der Koordinierung und Ausarbeitung von nichtbindenden Empfehlungen für die zwischenstaatlichen Beziehungen der Mitgliedsländer. Die Regierungen sind dem Nordischen Rat berichtspflichtig.

Die Organe des Nordisk Råds sind die Vollversammlung, bestehend aus allen Mitgliedern des Rates; das Präsidium, bestehend aus einem Präsidenten (wobei die Präsidentschaft zwischen den nordischen Ländern wechselt) und einer in der Geschäftsordnung des nordischen Rates festgelegten Anzahl von Mitgliedern; sowie die ständigen Ausschüsse.

Derzeit besteht der Nordisk Råd aus 87 Parlamentariern, die von der Versammlung der Parlamente der nordischen Staaten und autonomen Gebiete ernannt werden.

Seit 1971 gibt es zusätzlich den Nordischen Ministerat, der die Zusammenarbeit der fünf Staaten und drei autonomen Gebieten auf Regierungsebene unterstützt. Beide Institutionen haben ein gemeinsames Sekretariat in København.

Jeder der großen nordischen Staaten hat zwanzig Sitze im Rat, während Island sieben hat. Die Sitze der drei autonomen Gebiete gehen auf das Mutterland zurück. Die Färöer und Grönland haben jeweils zwei Mitglieder, die Teil der dänischen Delegation sind, während Åland zwei Mitglieder hat, die Teil der finnischen Delegation sind. Der Nordisk Råd setzt sich wie folgt zusammen:

     Dänemark (16)
         Färöer (2)
         Grönland (2)
     Finnland (18)
         Åland (2)
     Island (7)
     Norwegen (20)
     Schweden (20)

Die Autonomiegebiete erhielten mit dem Ålandsabkommen von 2007 die Möglichkeit einer weitgehend gleichberechtigten Mitgliedschaft im Nordisk Råd.

Die gewählten Vertretungen der Samen (Sameting) fordern seit langem Mitgliedschaft des Nordisk Råds, aber sind inoffiziell weitgehend in der Arbeit des Rates eingeshlossen.

Das deutsche Bundesland Schleswig-Holstein hat seit 2016 Beobachterstatus im Nordisk Råd. Als beobachtende Vertreter wurden Birte Pauls (SPD) und Jette Waldinger-Thiering (SSW = Südschleswigscher Wählerverband) gewählt; beide sind dänische Südschleswiger.

Im Rahmen seiner kulturellen Arbeit lobt der Nordisk Råd folgende fünf renommierte Preise aus:

Literaturpreis des Nordisk Råds

Musikpreis des Nordisk Råds

Natur- und Umweltpreis des Nordisk Råds

Filmpreis des Nordisk Råds

Kinder- und Literaturpreis des Nordisk Råds (seit 2013)

von

Günter Schwarz – 13.02.2019