In København demonstrieren am 13. April 1956 fast 200.000 Arbeiter auf dem Schlossplatz vor Christiansborg gegen die Aufhebung des Vermittlungsvorschlags durch die Regierung und das Folketing im Kampf der Arbeiter für eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit von 48 auf 44 Stunden pro Woche bei vollem Lohnausgleich.

Zum ersten Mal griff eine sozialdemokratische Regierung in dem Arbeitskampf zwischen Arbeitnehmern und Abeitgebern ein, was 1956 zum großen Streik der Arbeiter führte und fast 200.000 Demonstranten vor das Folketingsgebäude Christiansborg zog .

Während des Konflikts von 1956 wurde der Transportstreik gegen Öl und Benzin zu einem der heikelsten Punkte für Regierung und Verbraucher und Anlass für die staatliche Interventionen. Mitte der 1950er Jahre gab es viele neue Autobesitzer, und sie merkten nun erstmals, wie abhängig sie von den Transportarbeitern waren. Der Streik führte vor den Tankstellen zu kilometerlangen Warteschlangen derer, die Benzin wollten.

Die Gewerkschaftsbewegung hatte eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit von 48 auf 44 Stunden pro Woche bei vollem Lohnausgleich gefordert, Ferner forderte sie Lohnzuschläge für Niedriglohnempfänger, gleiches Entgelt für gleiche Arbeit und einige andere gewichtige Verbesserungen für die Arbeiter. Diese Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und den Arbeitgebervetretern scheiterten,

Mitte März brach der Schlichter die Verhandlungen ab, und die ersten Streiks begannen. Bald standen 65.000 Arbeiter im Arbeitskampf. Das Besondere an dem Konflikt von 1956 war, dass die dänischen Gewerkschaften ihre Streiks über Branchen wie die Tagespresse und die großen Ölkonzerne ausdehnten. Die Gewerkschaften lehnten die Forderung der sozialdemokratischen Regierung ab, auf das Bestreiken dieser wichtigen sozialen Funktionen zu verzichten.

Am 31. März legte der Schlichter einen Vorschlag vor, den beide Verhandlungsparteien ihren Mitgliedern empfehlen konnten. Aber als das Abstimmungsergebnis am 12. April bekanntgegeben wurde, hatte es bei den Arbeitern keine Mehrheit gefunden. Daraufhin hob in der Nacht vom 12. auf den 13. April die Regierung das Abstimmungsergebnis der Arbeiter auf und schickte die Arbeiter wieder an die Arbeit. Es war das erste Mal, dass eine sozialdemokratische Regierung einen von den Arbeitnehmern abgelehnten Vermittlungsvorschlag aufgehoben hatte.

So fanden in den folgenden Tagen große Demonstrationen in den Großstädten und vor allem in København statt. Vor Christiansborg sprach der Vorsitzende der kommunistische Partei, Aksel Larsen, der die Mitarbeiter von København zur „Speerspitze des Arbeitskampfes“ ernannte.

Am Montagmorgen, dem 16. April, gingen die Arbeiter überwiegend zurück an die Arbeit. Zum ersten Mal aber hatte eine sozialdemokratische Regierung 1956 eine politische Intervention gegen einen größeren Arbeitskonflikt durchgeführt und einen Vermittlungsvorschlag unterbreitet, den die Arbeiter durch eine demokratische Wahl abgelehnt hatten.

von

Günter Schwarz – 13.04.2019