(Sønderborg) – Ist der Wildschweinzaun entlang der deutsch-dänischen Grenze symbolisch oder eine Notwendigkeit? Dieses spezielle Thema war heute eine Debatte swert, zu der das lokale Fernsehen für Sønderjylland, TV SYD, vier lokale Parlamentskandidaten für das Folketing zur Wahldebatte im Alsion in Sønderborg eingeladen hatte.

Einer der vier Kandidaten hatte eine überraschende Einstellung zu dem im Bau befindlichen Wildschweinzaun entwickelt. „Ich stimme voll und ganz, dass wir unsere Exportindustrie und Schweineproduktion schützen müssen, aber das ist einfach nicht die richtige Lösung nach eimem gesunden Menschenverstand“, sagte Jens Jonatan Steen (Socialdemokraterne) während der Debatte.

Mit dieser Ankündigung bricht der Sozialdemokrat mit der Parteilinie seiner Parteichefin. Die dänische Sozialdemokratische Partei half 2018 im Folketing unter Führung ihrer Vorsitzenden Mette Frederiksen bei der Abstimmung, den Wildschweinzaun einzurichten.

Stattdessen glaubt Jens Jonatan Steen, dass man das Geld für den Wildschweinzaun hätte ausgeben sollen, um einen Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest zu entwickeln. Er wurde von Mogens Dall von Venstre (Rechtsliberale Partei) und Januar Rytkjær Callesen von der populistischen Dansk Folkeparti (Dänische Volkspartei) flankiert, die beide stark den Zaun befürworteten.

Ende Januar dieses Jahres begannen die Arbeiten für den Bau des Wildschweinzauns, der rund 70 Kilometer lang sein wird. Die Arbeiten werden voraussichtlich im Herbst abgeschlossen sein, und der Preis wird ca. 80 Mio. Kronen (10,7 Mio. Euro) betragen.

An der Debatte über den Wildschweinzaun nahmen folgende vier Politiker teil:

  • Mogens Dall, Venstre
  • Jens Jonatan Steen, Socialdemokratiet
  • Jan Rytkjær Callesen, Dansk Folkeparti
  • Sabrina Louise Christiansen, Enhedslisten

Die gesamte Debatte über den Wildschweinzaun wurde Donnerstagabend um 19.55 Uhr im Fernsehen auf dem Sender TV SYD + übertragen.

von

Günter Schwarz – 30.05.2019