(Neumünster) – Die heute in Neumünsters Holstenhallen eröffnete und bis zum Sonntag stattfindende Nordbau-Messe ist die größte Kompaktmesse fürs Bauen im nördlichen Europa und seit mehr als sechs Jahrzehnten die Austauschplattform und Anlaufstelle für die Bauwirtschaft aus dem gesamten Ostseeanrainerraum. Jährlich informieren mehr als 800 Aussteller aus 14 Ländern mehr als 60.000 Besucher über neue Trends in der Baubranche.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und die Botschafter der skandinavischen Länder ließen es sich nicht nehmen, bei der Eröffnung der Nordbau zu erscheinen und somit spielte auch der geplante Fehmarnbelttunnel eine zentrale Rolle bei ihren Gesprächen. Daniel Günther hob in seiner Eröffnungsrede die aus seiner Sicht großen Potenziale der umstrittenen Belt-Querung hervor. Der Tunnel sei „von größter wirtschaftlicher und auch gesellschaftlicher Bedeutung. Er wird die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den Ländern Skandinaviens weiter ausbauen“, sagte der Regierungschef.

Der geplante, knapp 18 Kilometer lange Absenktunnel zwischen Deutschland und Dänemark gilt als eines der größten Infrastrukturprojekte Europas – ist aber in weiten Teilen von Fehmarns Inselbewohnern und darüber hinaus sehr umstritten. Die Wirtschaft hingegen sieht viele Chancen in der Verbindung der nordeuropäischen Länder mit dem Wirtschaftsraum Festland-Europa, die den gesamten Ostseeraum stärke. Naturschützer sehen viele Risiken im Bau des Tunnels, die sich schädlich auf die Flora und Fauna der Inseln Fehmarn und Lolland erweisen und sich darüber hinaus nachteilig auf Fische und den Meeresboden im Fehmern-Belt auswirken.

Klagen und Proteste gegen das Projekt kommen von deutscher Seite aus unterschiedlichen Gründen von vielen Interessensverbänden, was den Baubeginn des Tunnels von Fehmarn aus noch zu verhindern vermochte, während der Tunnelbau in Dänemark weitgehend auf Zustimmung trifft und auf Lolland bereits kräftig am Tunnel gearbeitet wird.

von

Günter Schwarz – 11.09.2019