(Vojens) – Der Winter ist besonders hart für Igel. Wenn es draußen kalt wird, tun sich die Igel schwer. Besonders der Frost oder das Fehlen von Verstecken sind für die kleinen Igel problematisch, aber wenn die Igel Pflege brauchen, gibt es in Syd- og Sønderjylland (Süd- und Südjütland) praktisch niemanden, der ihnen hilft.

In Vojens, rund 15 Kilometer westlich von Haderslev, lebt jedoch Mona Lisa Haarseim, die die einzige Igelbetreuerin der Igelfreunde in Syd- og Sønderjylland ist. „Ich habe den Gedanken, etwas Gutes für die Natur zu tun, und dann scheint es mir eine Art Therapie zu sein, erzählt Mona Lisa Haarseim über die Pflege der Igel.

Mona Lisa Haarseim hat als Igelpflegerin genug zu tun. Momentan hat sie acht Igel in Pflege, die in speziell angefertigten Igelkäfigen leben, aber seit dem Sommer hat sie nicht weniger als 68 Igel gehabt, die ihrer Pflege bedurften. Einige von ihnen sind leider verstorben, andere wurden in andere Igelhäuser verlegt, aber die meisten von ihnen wurden zurück in die Wildnis gebracht, nachdem sie für ein Leben in der kalten Natur auch für den Winter gerüstet waren.

„Ah, Pinky beißt nicht“, sagt Mona Lisa Haarseim und steckt ihre Hand in den maßgefertigten Käfig, in dem einer der Igel lebt. „Er wog nur 46 Gramm, als er hereinkam, und dann habe ich ihn mit Kätzchenmilch gefüttert“, sagt sie.

Der Igel Pinky wog 46 Gramm, als er in Mona Lisas Obhut kam.

Zusätzlich zum Erreichen ihres Gewichts können Igel es schwierig finden, natürliche Verstecke zu finden. Igel suchen gern Zuflucht in abgelegenen Ecken und Winkeln eines Gartens, zum Beispiel in einem Blätterhaufen oder Komposthaufen, aber in moderne Gärten sind nicht mehr viele dieser Arten von Verstecken verblieben.

„Wir haben nach und nach eine Gesellschaft mit einem ,Reinlichkeitssinn‘ geschaffen, in der immer weniger Platz für Igel ist. Wir haben alle so schöne, saubere und saubere Gärten, dass es keine natürlichen Rückzugsorte mehr für sie gibt“, klagt Mona Lisa Haarseim.

Deshalb hofft Mona Lisa Haarseim, dass sich in Zukunft mehr Menschen freiwillig melden, die in ihren Gärten noch Winterquartiere für Igel haben. „Ich möchte unbedingt noch ein paar Helfer finden, die wir hier in Jylland (Jütland) vermissen. Es ist ein super netter Job, man bekommt nichts dafür, außer die Freude, wieder hin und wieder ein gesundes Tier sehen zu können“, sagt sie.

von

Günter Schwarz – 02.11.2019