Es beginnt die Jahreszeit, in der die Abende lang sind. Das ist irre muggelich auf dem Sofa zu liegen und zu lesen.

Prøv lige hør her: Ich kam auf das Buch „Wer war Alice“ und eine Sammlung von Tagebüchern aus dem Krieg. In diesem zweiten Buch steht ganz zu Beginn, dass jeder eine Geschichte zu erzählen hätte und dass die Historiker die Geschichte so gut nachvollziehen konnten, weil eben all diese Tagebücher da waren. Von ganz normalen Leuten.

In dem Buch von Alice geht es um eine junge Frau, die tot gefunden wird und einer ihrer Lehrer anhand ihrer Social Media Einträge ihre letzten Stunden rekonstruiert und auch ihre Ermordung löst. 

Da hab ich mir gedacht: Keine Sau schreibt mehr Tagebuch, aber wir alle prügeln den ganzen Tag irgendwelche Posts über Instabook und so in die Welt. Wir hinterlassen keine Tagebücher mit Geschichten… so wie Anne Frank. Wir hinterlassen tausende von mehr oder weniger sinn- und geisteslosen Textfetzen… die armen armen Historiker der Zukunft, die daraus geschichtliche Zusammenhänge erkennen sollen!

Vielleicht macht man sich mal Gedanken darüber, was man so „hinterlässt“, denn viele unserer SoMe Profile sterben nicht mit uns. Auch wenn wir tot umfallen, bleibt das alles im Internet… was wollen wir „der Welt“ hinterlassen. Vielleicht auch mal so ein Gedanke, bevor man zum Xten Mal sein Frühstücksfoto, seine Katze oder seinen Piepmatz ins Internet katapultiert. 

ICH hab beschlossen, Tagebuch zu schreiben. Zwar auf dem Computer, aber so richtig Texte mit Absätzen und in ganzen Sätzen… Das wird dann sicherlich ein schöneres Erbe als mein Twitter Feed. 

Die Abende sind lang. Da finde ich sicher Zeit für so was.

Und ihr so?

Nu kiek mol ni so klog.