(Vejers) – Die Ferienhausbesitzer in Vejers Strand pumpen nach dem Hochwasser vor zwei Wochen immer noch Wasser weg. Jetzt melden sich die Rechnungen der Stromversorger, an und diese scheinen groß zu werden.

Wie ist das Wetter in Vejers? Es ist immer noch sehr nass. Vor zwei Wochen stellten die Ferienhausbesitzer in Vejers Strand fest, dass der Oktober in der Niederschlagsmenge ein Rekordmonat war.

Das Wasser kam unaufhörlich von oben – und schlimmer noch, das Wasser kam auch von unten. 10 bis12 Ferienhäuser erlitten erhebliche Wasserschäden. „Das sind Holzhäuser, das heißt, es gibt Schäden an den Fußböden, Schränken, Wänden und sonstigen Möbeln… Wenn die Hölzer Wasser ziehen, dann ist man schon die ersten 250.000 Kronen (33.500 Euro) los“, sagt Henning Nielsen, Mitglied des Wasserausschusses des Grundbesitzerverbandes.

So sah es aus – von oben – am Donnerstag, den 21. Oktober.

Er selbst ist ein Sommerhausbesitzer, aber einer von denen, die bei den Überschwemmungen in der Gegend noch gnädig davongekommen sind.

„Aber es besteht kein Zweifel, dass es viele Menschen zum Grübeln anregt. Wann kommt noch mehr Regen und damit das Wasser zurück, und vielleicht läuft es wieder in die Häuser?“ fragt er.

Es muss etwas getan werden. Aber was? Wenn die entscheidenden vier Abflussrohre unter dem besonders stark betroffenen Ferienhausgebiet ausgetauscht werden müssen, ist dies für die Mitglieder des Grundbesitzerverbandes sehr teuer.

„Wir haben keine endgültige Vorstellung, aber uns liegt eine Schätzung von ca. 5 Mio. Kronen (669 Tsd. Euro) vor. Wenn die Rohre durch größere Rohre ersetzt werden müssen und wenn das Hauptentwässerungsrohr ebenfalls ersetzt werden muss, ja, dann wird es noch viel teurer“, sagt der Vorsitzende des Grundbesitzerverbandes, Allan Junge Diget.

Das Ersetzen von vier Abflussrohren am südlichen Ende des Ferienhausgebiets kann eine kostspielige Angelegenheit sein.

Die Hausbesitzer brauchen Hilfe. Aber nein, nein, nein, die Versicherer übernehmen den Schaden nicht, da es „nur“ viel Regen und keinen Wolkenbruch gegeben hat.

Die Kommune Varde hält sich auch zurück. „Leider können wir den Ferienhausbesitzern nicht weiterhelfen. Wir haben einfach keine rechtliche Grundlage dafür. Schließlich können wir die Ferienhausbesitzer gegenüber anderen Hausbesitzern nicht bevorzugen und diese diskriminieren. Es ist eine sehr unglückliche Situation für sie. Ich erkenne das an, aber die Verantwortung für die Instandhaltung und Einrichtung von Abwasserrohren und für die Reinigung der Gräben liegt bei den Sommerhauseigentümern selbst“, sagt der Vorsitzende von des Ausschusses Plan & Teknik, Preben Friis-Hauge (Venstre / Rechtsliberale Partei).

Ferienhausbesitzer Johnny Juul Christensen aus Esbjerg: „Es war ein Schock, hier rauszukommen und das ganze Wasser zu sehen. Wir haben zwei Wochen gepumpt, und jetzt erst können wir die Straßen wieder sehen.

Noch ein Dritter – die Naturstyrelsen (dänische Naturschutzbehörde) – wurde informiert. Denn dem Naturstyrelsen gehört ein Teil der Gräben, während der Grundbesitzerverband den anderen Teil besitzt, und der ist bereit, die Hälfte der Kosten für die Reinigung des Grabens zu bezahlen, von dem sie wissen, dass er dermaßen überwachsen ist, dass das Wasser nicht richtig abfließen kann.

„Das Gebiet der Naturstyrelsen ist höher gelegen, und das heißt, das Wasser kommt von dort zu uns herab. Und wenn der Graben das Wasser nicht um das Häuschen herum leitet, wird das Wasser stattdessen in die Häuser geleitet“, sagt Henning Nielsen, Mitglied des Wasserkomitees des Grundbesitzerverbandes.

Der südliche Teil der roten Linie markiert den Graben, der sich im gemeinsamen Besitz der Ferienhausbesitzer und der Naturstyrelsen befindet.

Die der Naturstyrelsen glaubt jedoch nicht daran, dass die Reinigung diese Wirkung hat. Naturschützer Ulrik Lorenzen weist darauf hin, dass die einzige Lösung darin besteht, dass die Eigentümer ein besseres Entwässerungssystem für der Ferienhäuser einrichten. „Wir haben mit dem Grundbesitzerverband gesprochen und tun dieses gerne wieder. Wir würden gerne helfen, wenn es Sinn macht“, sagt der Naturschützer.

Viele Ferienhausbesitzer sind sprachos, wie viel Wasser dieses Jahr plötzlich vom Himmel gekommen ist. „Es ist ziemlich ungewöhnlich“, sagt Allan Junge Diget, Präsident des Grundbesitzerverbandes.

Vorsitzender der Landbesitzervereinigung, Allan Junge Diget: „Wir haben eine sehr ungewöhnliche Menge Niederschläge bekommen. Vielleicht stammt ein großer Teil davon aus dem nahe gelegenen Strib-Søerne.

Jetzt wird untersucht, ob das Ferienhausgebiet Vejers Strand Wasser aus dem nahe gelegenen Strib-Søerne bekommt, weil das Naturstyrelsen mit Genehmigung der Kommune den Wasserstand in zwei kleinen Seen in der Nähe erhöht hat. Ob der Wasserstand der Seen wieder gesenkt werden muss, soll eine Studie ergeben, die ebenfalls mit Genehmigung der Naturstyrelsen durchgeführt wird.

„Aber ich erwarte darin keine dauerhafte Lösung. Zugegeben, wir haben über 100.000 Kronen (13.400 Euro) in Pumpen und Schläuche investiert, so dass wir auf das Abpumpen vorbereitet sind. Aber wenn keine echte Lösung gefunden wird, werden die Ferienhäuser auf lange Sicht unbewohnbar oder haben so viele Probleme, dass sie nicht an Touristen vermietet werden können. Es wird sich auf das Geschäft in der Region auswirken. Und die Politiker des Stadtrats von Varde haben ansonsten große Ambitionen in diesem Bereich“, betont Allan Junge Diget.

Momentan pumpen sie immer noch das Wasser so gut wie möglich ab. Es bleibt zu hoffen, es wird trocken – viele Tage mit trockenem Wetter.

von

Günter Schwarz – 03.12.2019