57.000 dänische Schüler aus dem ganzen Land haben 374.082 Plastikmüllsäcke aus der dänischen Natur vollgesammelt. Es waren überwiegend Bonbontüten, Zigarettenkippen und Chipsbeutel in der dänischen Natur, die sie fanden und einsammelten.

Das zeigt eine nationale Umfrage, die Masseeksperimentet 2019 (Massenexperiment 2019), in der 57.000 dänische Schüler 374.082 Plastikmüllstücke in der Natur wie an Stränden, in Parks und entlang von Graben- und Wasserlaufrändern vollsammelten.

Das Experiment fand im September 2019 statt, als fast 11.000 Schüler von insgesamt 99 Schulen und Gymnasien allein in der Region Sjælland (Seeland) an der weltweit ersten nationalen wissenschaftlichen Untersuchung zur Verschmutzung durch Plastikabfälle in der Natur teilnahmen.

Die Studie zeigt, dass fast jedes dritte Stück Plastikmüll in der dänischen Natur Zigarettenfilter sind. Danach auf der Liste folgen Chipsbeutel und Tüten von Süßigkeiten.

Die Schule auf der Insel Sjælland, die am meisten Plastik sammelte, war die Rynkevangskolen in Kalundborg. Die Schüler der Schule füllten 1.728 Plastiksäcke in freier Wildbahn.

„Es ist ziemlich verrückt, dass es so viel Müll in der Natur gibt. Man kann es kaum glauben, dass es so viel davon gibt, wenn man nur so nach draußen geht“, sagt Sigrid Lawaetz, die auf die Rynkevangskolen in Kalundborg geht.

„Aber wenn man wirklich einmal hinschaut, kann man wirklich sehen, wie viel davon herumliegt und wie viel es davon gibt“, fügt Thea Kaiser hinzu, die auch auf der Rynkevangskolen ist.

Thea Kaiser und Sigrid Lawaetz nahmen beide am Sammeln der Rynkevangskolen in Kalundborg teil.

Die Schüler verbrachten einen ganzen Tag damit, den Müll einzusammeln, zu sortieren und zu untersuchen. „Es war erstaunlich zu sehen, wie viel Müll in der Natur ist und was er mit der Natur macht“, sagt Sigrid Lawaetz und fügt hinzu: „Aber man sollte keinen Müll in die Natur werfen, weil er nicht gut für die Umwelt ist.“

Das Massenexperiment war der erste weltweite Versuch, bei dem die Kunststoffverschmutzung eines ganzen Landes erfasst wurde. „Bei den Kunststoffen, welchen die Schüler gefunden haben, handelt es sich in der Regel um verschiedene Arten von Einwegkunststoffen. „Ein Großteil davon kann nicht recycelt werden, weshalb viele Leute dazu neigen, diesen in freier Natur wegzuwerfen“, erklärt Kristian Syberg, Professor für Umweltrisiken an der Universität Roskilde und Forscher an diesem Projekt. „Es kann auch über die Tiere hinausgehen, die das fressen, weil sie denken, es sei Nahrung. Sie können es nicht unterscheiden, und dann bekommen sie ein falsches Sättigungsgefühl und können an sogar an Hunger sterben“, sagt er.

Kristian Syberg ist auch Sprecher des MarinePlastic-Forschungszentrums, in dem die gesammelten Ergebnisse analysiert und in einer von der Europäischen Umweltagentur entwickelten Datenbank aufgezeichnet wurden.

Die gesammelten Abfälle wurden in 22 Kategorien unterteilt, in denen Plastikabfälle auch in Steropur und Garne enthalten sind. Unter anderem wurden 112.018 Zigarettenfilter gesammelt. Dieses entspricht einem Drittel des gesammelten Mülls. „Zigarettenfilter bestehen aus Celluloseacetat, aus dem ebenfalls einige andere Kunststoffe hergestellt werden. Das erschwert den Abbau in der Natur“, sagt Niels Them Kjær, Projektmanager für Tabakprävention in der Dänischen Krebsgesellschaft „Wenn die Zigarette geraucht wird, befindet sich auch Teer im Filter, und es führt dazu, die Natur zu verschmutzen, wenn Sie die Kippe wegwerfen“, sagt er.

Laut Projektmanagerin Lene Christensen wurden in Zusammenarbeit mit der EU-Datenbank Marine Litterwatch die 22 Kunststoffabfallkategorien des Experiments ausgewählt.

von

Günter Schwarz – 28.01.2020