(Böglum-Sæd) – Die Demonstration am heutigen Morgen am Grenzübergang in Böglum-Sæd (Süderlügum), die um 10:00 Uhr begann, zog einige hundert Teilnehmer beiderseits der Grenze an. Vor den Demonstrationsteilnehmern wurden neun verschiedene Reden gehalten, die allesamt betonten, wie wichtig es für die Grenzregion sei, die Grenze jetzt zu öffnen.

Ansonsten war es bei der Demonstration zur Wiedereröffnung der dänisch-deutschen Grenze ungewohnt ruhig, und es erschollen weder Trillerpfeifen noch Hörner – alle anwesenden Teilnehmer wurden hingegen gebeten, eine Minute lang auf die Hupe ihrer Autos drücken. Es sollte helfen, die Unzufriedenheit darüber zu zeigen, dass die dänisch-deutsche Grenze noch geschlossen ist.

Laut einem der Organisatoren, Allan Svendsen vom Rømø Familiecamping, würde die Polizei die laute Demonstration jedoch nicht zulassen. Stattdessen mussten die rund 200 Anwesenden insgesamt neun Rednern zuhören, darunter unter anderem der Vorsitzenden der Faschistenpartei Nye Borgerlige, Pernille Vermund. „Nichts in den Zahlen der Gesundheitsbehörden deutet darauf hin, dass wir noch viel kranker und ins Krankenhaus eingeliefert werden, wenn wir die Grenze wieder für Touristen und Einheimische öffnen. Das Risiko ist sehr gering, aber der entstehende Schaden, ist sehr groß. Deshalb möchte ich Statsministerin Mette Frederiksen dringend bitten, sofort eine neue Entscheidung zu treffen und die Grenze für Touristen und Einheimische zu öffnen“, sagte Pernille Vermund schon vor ihrer Teilnahme an der heutigen Demonstration.

Trotz der Tatsache, dass alle 1.500 Personen, die auf Allan Svendsens Facebook-Seite Interesse an der Demonstration gezeigt hatten, nicht erschienen sind, ist Allan Svendsen jetzt mit der heutigen Demonstration sehr zufrieden. „Ich denke, es ist wirklich gut gelaufen. Immerhin kamen Leute, die normalerweise nicht den Weg zu Demonstrationen finden. Es zeigt also nur, wie viel die Grenzöffnung für die Menschen unserer Region bedeutet“, sagte der Betreiber von Rømø Familiecamping.

Jetzt hofft er, dass die Demonstration und Unzufriedenheit der Grenzbewohner die Politiker im Folketing in Christiansborg erreichen wird. „Wir hoffen, dass die Regierung, die unsere Region vergessen zu haben scheint, das einsieht und eine Lösung findet. Wir können jetzt nicht länger warten“, sagte Allan Svendsen.

von

Günter Schwarz – 17.05.2020